Solltest du Japanologie studieren?

Japanologie studieren

Es hängt immer von deinen ganz persönlichen Umständen ab, ob ein Japanologiestudium für dich sinnvoll ist. In dem Artikel erkläre ich dir zahlreiche Punkte, die du vor deiner Entscheidung beachten solltest. Die helfen dir dabei zu entscheiden, ob du Japanologie studieren solltest, oder nicht.

Pro und Kontra auf einen Blick

Zu Beginn gebe ich dir einen schnellen Überblick zu den Vor- und Nachteilen des Japanologie-Studiums. Die genauere Erklärung der einzelnen Punkte sowie eine Entscheidungshilfe folgt darauf.
Pro Kontra
Mehr Zeit zum Japanisch lernen
Begrenzte Berufschancen
Bei Japan-Interesse weniger Studienstress als alternative Fächer
Fähigkeiten bringen dir in Japan selbst nur wenig
Ideal, wenn du Lehrer / Dolmetscher / Übersetzer /Japanforscher werden willst
Japanisch kannst du auch ohne Studium lernen
Vernetzung mit anderen Japan-Liebhabern
Du kommst auch ohne Studium nach Japan

Der Autor

Damit du diese Informationen einordnen kannst, etwas zu meiner Person:

Ich selbst habe einen Bachelor of Arts in Japanologie und zudem auch meine Abschlussarbeit  in der Japanologie geschrieben. Dafür habe ich sechs Jahre lang studiert, ein Jahr davon an einer Universität in Japan. In dieser Zeit habe ich nicht nur Japanisch gelernt, sondern auch einiges über den Studiengang an sich. Mittlerweile wohne ich in Japan.

Wenn du wissen willst, wieso ich Japanisch gelernt habe und ausgewandert bin, dann sieh dir mein Video dazu auf Youtube an.

Was lernst du, wenn du Japanologie studierst?

Wenn du das Fach Japanologie an der Universität belegst, dann wirst du sämtliche der großen Aspekte des Landes kennenlernen: Kultur, Wirtschaft, Geschichte und natürlich auch die Sprache. Du wirst dich um keinen der Aspekte drücken können, wenn du deinen Abschluss bekommen willst. Allerdings kannst du dich spezialisieren.

Während die Sprachkurse da natürlich wenig Freiheiten bieten, hast du bei den weiteren Fächern wie Kultur und Geschichte mehr Auswahl und kannst ein wenig schauen, welche Seminare und Vorlesungen du besuchen willst.

Mit dem Bachelor-Studium der Japanologie wirst du, wenn du dich an den vorgegebenen Lehrplan hältst, im Regelfall vier Jahre beschäftigt sein. Etwaige Austauschstudien oder auch ein zu spärliches Kursangebot an manchen Universitäten könnten die Dauer aber verlängern.

Wie aufwendig ist das Studium?

Der Aufwand des Japanologiestudiums richtet sich vorrangig danach, wie viele Credit Points (CP) bzw. Leistungspunkte (LP) du damit erreichen willst. Kurz gesagt: Je mehr CP dir ein Kurs gibt, umso mehr musst du dafür lernen.

Den meisten wird es beim Studium der Japanologie wohl um das Erlernen der Sprache gehen. Und das allein ist sehr aufwendig. Wenn du jedoch einen Studiengang mit nur wenig CP besuchst, dann wirst du stärker auf dich alleine gestellt sein und musst zuhause wesentlich mehr machen, um Japanisch problemlos anwenden zu können.

Denn egal wie viel Zeit du in der Uni verbringst: Die Sprache zu erlernen ist quasi ein Vollzeitjob. Wenn du dich jedoch mit einem anderen Studium beschäftigst, dann kann es sein, dass du nicht mehr genügend Zeit findest, um dich der japanischen Sprache zu widmen.

Mit wie viel Aufwand du fürs Lernen der Sprache rechnen musst, findest du in meinem Einsteigerguide heraus:

Geht es dir jedoch ausschließlich darum, Japanisch zu verstehen, solltest du dein Vorhaben, dieses Fach an der Uni zu studieren, noch einmal überdenken. Denn ein großer Teil des Studiums zielt auf die Forschung ab und dreht sich deswegen um die zuvor bereits erwähnten Aspekte wie Wirtschaft oder Geschichte.

Welche Berufschancen haben Japanologen?

Deine Berufschancen mit einem Japanologie-Studium sind durchaus eingeschränkt. Prinzipiell eröffnen sich dir vier verschiedene Berufszweige, die sich jedoch auch alle ein wenig überschneiden:

  • Lehrer
  • Übersetzer
  • Dolmetscher
  • Forscher

Und gerade wenn du in Japan selbst arbeiten willst, kann sich ein Abschluss in der Japanologie sogar nachteilig auswirken. Denn die größte Fähigkeit, die du dann mitbringst, ist – überspitzt gesagt – sagen zu können: “Ich kann eure Sprache sprechen!” Denn ihre Kultur kennen Japaner sowieso, und was du in den Geschichtskursen an der Uni lernst, ist für Japaner Stoff der Mittelschule.

Natürlich kannst du auch als Quereinsteiger in ein Berufsfeld kommen und gerade in Japan, wo mehr als 80 Prozent der Schulabsolventen eine höhere Bildung verfolgen, ist das nicht gerade selten. Dennoch hast du mit einem spezifischen Abschluss für dein gewünschtes Berufsfeld bessere Chancen.

Es kann sich deswegen durchaus lohnen, entweder ein Duales-Studium zu absolvieren, bei dem du zusätzlich zur Japanologie noch ein Nebenfach erlernst, das stärker auf gute Berufschancen ausgelegt ist. Ebenso ist es möglich, Vollzeit etwas anderes zu studieren und Japanisch nebenbei auto­didaktisch zu lernen. Das kann jedoch durchaus stressig werden.

Kann man ohne Japanologie-Studium nach Japan?

Ja. Ein Japanologie-Studium ist keineswegs Pflicht, um etwa ein Austauschstudium in Japan zu machen oder später in dem Land einen Beruf finden zu können. Ebenso kannst du ein Working Holiday oder freiwilliges soziales Jahr in Japan absolvieren, ohne dass du ein Studium oder großartige Sprachkenntnisse vorweisen musst. Viel eher ist es so, dass die Japanologie gerade in Japan selbst an Wert verliert.

Persönlich traf ich bereits einige Personen, die dieses Fach nie an der Universität studiert haben, mittlerweile jedoch ihren festen Wohnsitz nach Japan verlegt haben. Ein Interview mit einem von ihnen findest du direkt auf meinem Youtube-Kanal:

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Kann man Japanisch alleine lernen?

Ja. Wenn du an Japan interessiert bist, musst du nicht zwangsläufig studieren oder Kurse besuchen. Letzteres kann sich sogar durchaus nachteilig auf deine Anstrengungen auswirken. Gleichzeitig hast du so jedoch die Chance, dir unliebsame Themengebiete einfach auszulassen.

Wenn du für dich alleine lernst, musst du jedoch stets deine eigene Motivation mitbringen und dir selbst Struktur geben. Das ist durchaus eine nicht zu unterschätzende Herausforderung, bei der ich dir mit meinem praktischen Guide weiterhelfe:

Welche Vorteile bringt das Studium?

Wenn du sowieso Interesse an Japan hast, dann bietet dir die Japanologie natürlich die besten Chancen, dich komplett auf dein Lieblingsthema zu konzentrieren. Für dich bedeutet das vor allem weniger Stress und möglicherweise auch mehr Freizeit, weil dir das Lernen deines Lieblings­gebiets leichter fallen könnte.

Ebenso triffst du so eher Leute, die womöglich ähnliche Interessen haben wie du selbst und du bekommst tiefere Einblicke in die verschiedensten Aspekte der japanischen Kultur. Ganz einfach, weil deine Komillitonen sich oftmals für ganz andere Dinge an Japan interessieren.

All diese Punkte solltest du nicht unterschätzen und gerade der Mut zur Faulheit wird in der heutigen Gesellschaft viel zu selten wertgeschätzt. Doch daran ist nichts falsch. Vor allem ist es auch wesentlich gesünder, wenn du dich nicht pausenlos stresst.

Bringt das Studium was?

Wenn du nur die Sprache können willst, um etwa Anime und andere japanische Medien zu verstehen, solltest du dich eher nach einem anderem Fach umsehen. Denn die Japanologie fordert noch wesentlich mehr von dir und der Nutzen reiner Sprachkurse ist gerade in den heutigen Zeiten eher fragwürdig.

Auch für den Fall, dass du nach Japan ziehen und in dem Land arbeiten willst, brauchst du es nicht, da die Japanologie in Japan selbst ihre Bedeutung verliert. Wähle in diesem Fall lieber ein Fach, dass dir für deine berufliche Zukunft weiterhilft und bringe dir Japanisch selber bei. Das mag zwar anstrengender sein, lohnt sich aber auch mehr.

Interessierst du dich hingegen für Japan allgemein und willst so viel Zeit wie möglich mit dem Thema verbringen, dann lohnt ein Japanologie-Studium. Denn so lernst du nicht nur die Sprache, sondern kannst dich noch viel intensiver mit den weiteren Aspekten des Landes beschäftigen. Außerdem wird es dir so leichter fallen, Kontakte mit Menschen zu knüpfen, die ähnliche Interessen besitzen.

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