Japanischkurs
Hier erfährst du alles zur Bedeutung und Grammatik der limitierende Worte des Japanischen.

Limitierende Worte: dake, shika und nomi

Ich habe bereits ばかり vorgestellt. Allerdings ist das nicht das einzige limitierende Wort im Japanischen. Hier geht es um だけ, しか und のみ, sowie ihre spezifischen Anwendungsbereiche.

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Die Grammatik von だけ

Was bedeutet es? Häufig wird gesagt, dass だけ so viel bedeutet wie “nur”. Häufig passt diese Lokalisation auch. Allerdings funktioniert es viel eher wie bei uns “Limit”. Ein Satz wir “千円だけ持っている” heißt also nicht “Ich trage nur 1.000 Yen”, sondern viel eher “1.000 Yen Limit tragend-sein”.

Was ist だけ? Das Wort selbst ist eine Adverbialpartikel wie etwa auch は und も, wodurch es keine logische Bedeutung besitzt, sondern einen Satz nur in einen Kontext setzt. Es gibt an, dass was vor ihm steht, das Limit dessen ist, was danach kommt.

Deswegen muss es “Limit” heißen: Wenn du だけ als “nur” übersetzt, kommt es etwa bei Dingen wie 出来るだけ zu Problemen. Weil du dann denkst es heißt “Ich kann es nur”. Das tut es jedoch nicht. Die Aussage bedeutet “So weit wie möglich”. Mit だけ als Limit ergibt das Sinn. Denn dann würdest du es als “Können-Limit” übersetzen.

Bedeutung bei “Wie zu erwarten”: Mit diesem Wissen verstehst du auch Formen, die du sonst auswendig lernen müsstest. Wie etwa だけあって, was in Wörterbüchern als “Wie zu erwarten” steht. 安いだけあってすぐに壊れちゃった heißt etwa “Billig-Limit haben-und (als Resultat) schnell kaputtging”.

Was ist bei しか anders?

Die Bedeutung von しか: しか sorgt für viele Verwirrungen bei Lernern. Denn laut klassischen Lehrbüchern hat es die selbe Bedeutung wie だけ. Hat es aber nicht. Denn es bedeutet so viel wie “mehr als” . Jetzt musst du jedoch etwas Gehirnakrobatik betreiben. Denn obwohl es “mehr als” bedeutet, wird es ausschließlich mit negativen Verben verwendet. Ein kompletter Satz mit しか heißt also “nicht mehr als”.

Die Implikation: Dadurch merkst du auch den Unterschied von だけ und しか. Ersteres ist komplett neutral, wie denn du im Deutschen sagen würdest “Mein Limit sind 1.000 Yen”. Letzteres hingegen hat einen negativen Unterton. Als reicht es nicht aus. Wie auch ein “Ich habe nicht mehr als 1.000 Yen.” im Deutschen.

So kannst du es verwenden: Du nutzt es aber nicht nur bei Dingen wie Geldbeträgen, sondern etwa auch bei Aktionen. Etwa “逃げるしかない!”. Was jedoch nicht heißt “Ich kann nur wegrennen.” sondern eben “Ich kann nicht mehr als wegrennen”. Es gibt also keine andere potentielle Aktion, die du ausführen könntest.

Vergleich von だけ, しか und ばかり

Skala der Limitierungen: Die Worte befinden sich gemeinsam mit dem zuvor vorgestellten ばかり auf einer Skala von zu wenig bis zu viel:

Unterschied zwischen しか, だけ und ばかり

Der Unterschied:

  • あの店はパンしか売らない – Was den Laden angeht, er verkauft nicht mehr als Brot.
  • あの店はパンだけ売る – Was den Laden angeht, Brot ist das Limit, was er verkauft.
  • あの店はパンばかり売る – Was den Laden angeht, er verkauft nichts als Brot.

Du sieht hier, dass sich die Bedeutung durchaus ähneln, alle jedoch eine leicht andere Konnotation besitzen. しか hat einen leicht negativen Unterton, weil du mehr erwartet hast. だけ ist neutral. Und bei ばかり schwingt etwas Überraschung mit, weil du vielleicht erwartet hast, dass der Laden auch Kuchen hat, anstatt nur so viel Brot.

Die simple Funktion von のみ

Wie だけ: Die Bedeutung unterscheidet sich nicht zu だけ . Der einzige Unterschied ist, dass のみ eher bei formellen Anlässen oder in der Schriftsprache genutzt wird, während だけ allgemeiner ist. Am häufigsten wirst du es dadurch auf Schildern finden.

Im nächsten Kapitel geht es um drei kleine Worte, deren Bedeutung sehr simpel ist, die in Lehrbüchern jedoch immer als komplizierte Ausnahmefälle präsentiert werden. Nämlich より, ほう und 一方.

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Profilbild von Mathias Dietrich

Ich bin der Betreiber von Kawaraban und beschäftige mich seit 2007 mit Japan und seiner Sprache.

Ich habe einen Bachelor of Arts in Japanologie erworben und ein Austauschstudium an der Senshu-Universität absolviert.

Seit 2018 lebe ich in Japan und berichte über das Land und mein Leben hier.

Eines meiner Ziele ist es, zukünftigen Generationen bessere Erklärungen zur Sprache zu bieten, als ich sie zur Verfügung hatte.

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  1. Julius sagt:

    Wie geht man an neue Grammatik heran ?

    Z.B in 安いだけあってすぐに壊れちゃった.
    (ちゃった) wird nicht erklärt. Vor allem da man nicht erkennen kann das es sich um 2 Dinge handelt ist es schwer das ganze nachzuschlagen. Das ist bei (てしまう) deutlich einfacher zu erkennen[und wird später ja auch erklärt].
    Aber es ist ja nicht das einzige (さ) z.B kann an einem Adjektiv stehen oder am ende des Satzes. (Einmal als Suffix und einmal als Partikel). Oder sollte man mal auf (っぱなし) treffen. [um nur ein paar Beispiel zu nennen]

    Wörterbücher wie wadoku oder takoboto sind da oft keine gute Hilfe, da sie einmal viele Möglichkeiten anbieten und dann oft nicht wirklich etwas erklären und oft nicht einmal Beispiel Sätze haben. Kanji Study App macht da noch den besten Job, aber ohne Wörterbuchform findet man da nichts.

    Dein Blog hat mir unfassbar gut geholfen die Struktur hinter der Japanischen Sprache besser zu verstehen und ich bin sehr dankbar das es ihn gibt.

    Aber ich weiß auch wie viel es noch zu lernen gibt. Ich verwende die “A Dictionary of (Basic/Intermediate/Advanced) Japanese Grammar” Bücher. Aber erst durch deinen Blog konnte ich Partikel, Satzstruktur etc. wirklich verstehen und hätte ich ihn früher gefunden hätte ich mir sehr viel Arbeit ersparen können.

    Deswegen auch meine Frage, gibt es einen “einfachen” weg neue Grammatik zu lernen ?
    Ich mag den Aufbau meiner Bücher sehr, aber wenn es ein Trick gibt wie man z.B alle Hilfsverben sofort erkennt und weiß wie man sie verwendet und man nur noch die Bedeutung nachschlagen muss.
    Müsste ich nicht die Bücher durch wälzen.
    Danke schon einmal im voraus 🙂

    • Mathias Dietrich sagt:

      Bei der Grammatik an sich würde ich nicht so sehr darauf abzielen, alles explizit zu lernen. Man wird da einfach nicht fertig, weil es immer noch was neues gibt. Im Regelfall stecken aber nur ganz simple Worte dahinter, die eben auf die verschiedensten Arten und Weisen kombiniert werden, aber ihre Bedeutung beibehalten. Bei deinem Beispiel: Find heraus, was しまう heißt und dann versuche den Gedanken nachzuvollziehen, was es bedeutet, wenn man ein Prädikat aus Verb X und “enden” bildet. “Es endet mit dieser Aktion”. Ok. Nun sieh den Kontext an, in dem du es gesehen hast. Welche Bedeutung wird übermittelt? Wenn man weiß, welches Wort das ist, dann eignet man sich die Nutzung ganz nebenbei durch Immersion an. Weil du auf lange Zeit irgendwann die Parallelen der Situationen erkennst, in denen dir das Wort begegnet.

      Mal aus meiner eigenen Erfahrung gesprochen: Ich saß ewig lange immer da und rätselte mit られる und させる und させられる ect. rum wie sonst nichts. Klar kannte ich die Theorie. Wenn auch seinerzeit noch nicht als Hilfsverb ect. Aber letztendlich setzte sich die Bedeutung ganz einfach durch Immersion fest. So wurde ich immer wieder damit bombardiert und irgendwann merkt man einfach, was es heißt. Weil es etwas komisch ist, wenn die Leute etwa angegriffen werden und dann von 襲われた reden. SIe selbst greifen ja nicht. Wieso nutzen sie also immer wieder dieses Verb mit etwas hinten dran?

      Ich empfehle zum Nachschlagen Aedict3 mit JMDict. Das gute Stück hat nämlich einen morphologischen Analyzer integriert. Das heißt, es kann die Worte wieder aufspalten. Simples Beispiel: Wenn du ihm ein やって reingibst, dann erkennt er das und bietet dir auch やる an. Sowas wie ちゃった hingegen hat JMDict etwa als eigenes Wort drin. Auch nicht ganz korrekt, aber auch nicht unhilfreich. Der Dreh und Angelpunkt ist hier, dass sowas auch sehr umgangssprachlich ist. Und wenn es an Umgangssprache geht, brechen viele grammatischen Erklärungen zusammen. Man muss da teils wirklich ein Gefühl dafür entwickeln und diese Formen auf das bereits gelernte zurückführen können. Was aber auch am besten geht, wenn man die Sätze im Kontext hat.

      Gerade bei Anime legen diese ganzen “Harter Typ”-Charaktere oftmals einen ungewöhnlichen Ton an den Tag. Ich les das mittlerweile und versteh es … explizit gelernt hab ich es dennoch nie. Da begegnen dir dann etwa Dinge wie “しらねぇ”. Findest du in keinem Wörterbuch und man sieht auch erstmal nicht, was es sein soll. Aber es klingt doch irgendwie mysteriös ähnlich wie ein しらない, nur etwas faul ausgesprochen, oder? Passt das im Kontext? Wenn ja, dann hast du Grammatik verstanden, die du nie explizit gelernt hast. Das wird dir auch sehr häufig begegnen. Der nächste sagt dann vielleicht nur しらん. Und dann würde man wieder dasitzen, obwohl es einfach nur das selbe Wort mit der selben Bedeutung ist. Dadurch lohnt es durchaus, sich da ein wenig dran zu gewöhnen. Das ist auch der ganze Grund, weswegen ich mich sehr auf Struktur und ähnliches konzentriere. Weil ich könnte sonst 5 Jahre an dem Guide schreiben und würde nie im Leben alles abdecken können. Stattdessen will ich eher beibringen, wie man fischt, anstatt jemanden einen Fisch zu geben.

      Bei den Hilfsverben kommt einfach Erfahrung rein. Es gibt nur eine Hand voll davon. Und im Regelfall erkennst du ja auch bereits, was ein Verb ist. Da sieht man im Regelfall sehr schnell, wo man sie trennen sollte und was, was ist.

      Der Tipp ist deswegen wirklich: Nicht so viel Bücher wälzen, mehr lesen und notfalls einfach mal ignorieren, wenn man was nicht perfekt versteht. Man braucht einfach die Erfahrung mit japanischen Texten, sonst entwickelt man kein Gefühl für die Sprache, um solche Dinge zu erkennen. Als Mensch sind wird von Natur aus darauf aus, überall Muster zu erkennen. Und so eignen wir uns auch die Sprache an. Man muss sich dem ganzen nur lange genug aussetzen, damit einem die Muster auffallen. Gerade bei den von dir genannten Büchern stößt du halt auch wieder an das Problem, was ich oft kritisiere: Dass die aus absolut allem einen “Grammar Point” machen und damit die Grammatik komplizierter erscheinen lassen, als sie wirklich ist. Da ist dann etwa て ein Grammar Point, から der nächste, てから ein weiterer, てからでない nochmal einer und dann てからでないと der nächste. Dass das alles zusammenhängt? Wird nichtmal erklärt. Da geht es nicht mehr um das Erkennen von Mustern, sondern Auswendiglernen von ganzen Satzbedeutungen. Klar: Man könnte eine Sprache auch lernen, wenn die Übersetzung jedes Satzes auswendig lernt, den man irgendwie bilden kann … ist nur nicht so ganz das Ziel. Weil dann wird man schnell überfordert, wenn man nun ein Muster sieht, aber nie eine explizite Erklärung dazu erhielt. Obwohl man das Wissen, um das zu verstehen, bereits hat, wenn man einfach nur weiß, was て, から, で, ない und と einzeln bedeuten. Man muss dafür nur das Bekannte anwenden.