Japanischkurs
Wie zitierst du im Japanischen?

Die wichtige Funktion von “Zitaten” im Japanischen

Während du Zitate im Deutschen maximal bei Erzählungen brauchst, sind sie im Japanischen wesentlich wichtiger. Denn hier werden nicht nur Aussagen zitiert. Ich erkläre dir, wie es genau funktioniert, wieso und in welchem Umfang du im Japanischen zitierst.

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Zitieren mit と (to)

So zitierst du: Während du im Deutschen einfach zitieren würdest, indem du eine Aussage in Anführungsstriche setzt, brauchst du im Japanischen zusätzlich dazu noch die Partikel と. Die Anführungsstriche gibt es hingegen nicht. Stattdessen nutzt du eine eckige Klammer, wie im Beispiel zu sehen:

「素晴らしいことだった」とすみとは言った。

(“Subarashii-koto datta” to Sumito-ha itta.)

“Hervorragendes-Ding war”, was Sumito angeht, sagte.

Was ist こと (koto)? Zunächst einmal fällt dir hier das こと auf. Im Japanischen gibt es zwei verschiedene Worte, um ein “Ding” oder eine “Sache” zu bezeichnen. こと ist etwas Abstraktes. Der Gegensatz dazu ist もの, das einen physischen Gegenstand bezeichnet. 素晴らしいこと ist also “Etwas hervorragendes”.

Was macht : Die Partikel と hab ich in meiner Erklärung zu den Partikeln bereits als eines vorgestellt, dass zwei Satzteile miteinander verbinden kann und so viel wie “und” bedeutet. Allerdings kannst du prinzipiell davon ausgehen, dass es zwei verschiedene と gibt. Die wichtigste Funktion dieses と ist es, alles vor ihm zu einem Zitat zu machen.

Die Teile werden ein Substantiv: Von der Satzstruktur her betrachtet verwandelt die Partikel to alles, was sie markiert, in ein einziges Substantiv. Entsprechend ist es ein türkiser Wagon. Und es kann nicht nur Aussagen und Gedanken kombinieren, sondern alle möglichen Dinge. Das so entstandene Quasi-Substantiv wird durch das と ein Modifikator für das darauffolgende Verb. Dadurch hat es zudem eine leicht andere Funktion als das zuvor kennengelernte と, auch wenn beide grundlegend kombinieren.

Die grammatische Funktionsweise von to
To zitiert letztendlich nicht, es kombiniert Elemente zu einem Substantiv und beschreibt so ein Verb genauer. Was jedoch für Zitate genutzt werden kann.

Erklärung des Beispiels: Die Funktion als Zitat funktioniert, indem das と zeigt, welche Worte gesagt oder gedacht wurden. Sumito sagt etwas und dieses Sagen macht das Geräusch “素晴らしいことだった”. Das Subjekt ist unsichtbar vor dem Zitat. Und Sumito wird nach ihm als Thema genannt, was ihn auch zum Subjekt macht. Da die Funktion von Partikeln jedoch eindeutig ist, muss er nicht unbedingt am Anfang stehen.

Abstrakte Funktionen von と

Du benötigst keine Sätze oder Gedanken: Du kannst mit と auch sehr abstrakt werden. Denn in Japanischen können alle möglichen Dinge Geräusche machen, von denen du es gar nicht erwartest. Die kannst du ebenso zitieren, wie du eine Aussage oder einen Gedanken zitieren würdest. Dann allerdings ohne die eckigen Klammern.

友達がひょっこりと顔を出した。

(Tomodachi-ga hyokkori-to kao-wo dashita.)

Freund plötztlich-Geräusch-machend Gesicht herauskommen.

と ohne direkte Zitatsfunktion: Das Verb 出す ist nichts, was irgendwas äußern kann. Dennoch wird es hier auf die selbe Art und Weise genutzt, wie du ein いう einsetzen würdest. Und die Aussage, die es macht, ist ひょっこり – eine Onomatopeia, die etwas plötzliches macht. Damit ändert sich die Bedeutung von einem einfachen Herauskommen zu einem plötzlichen Erscheinen.

Was macht と hier? Das to zitiert hier also nicht im bekannten Sinn. Es nimmt, was vor ihm steht, macht es zu einem Substantiv und beschreibt damit das Verb nach ihm genauer. Aus einfach nur “herauskommen” wird “plötzlich herauskommen”. と muss aber nicht einmal mit Tönen und ähnlichen stehen. Es kann ganze Sätze mit ihrer eigenen Grammatik und Satzstruktur zu einem einzigen beschreibenden Substantiv eines Verbs machen.

Die Kombination zweier Verben

Du erkennst dadurch, dass Japanisch sehr viel Wert auf die Verbindung von verschiedenen Elementen legt. Beosnders häufig kommt dafür die い-Form von Verben zum Einsatz. Ich sagte bereits, dass diese Formen einen eigenen Namen haben. Die い-Form kennt man in Japan als 連用形 (Renyoukei), was so viel wie “Verbundsform” heißt. Und bei der ist der Name Programm, was ich hier mit einem weiteren Beispiel erkläre:

その時、車が飛び出した。

(Sono toki, Kuruma-ga tobi dashita.)

Zu jener Zeit, Auto flog-heraus.

Neue Bedeutung mit い-Form: Neu ist hier die Form 飛び出す. Die Verben einzeln kennst du möglich bereits. Hier stehen sie als eine Einheit. Zwei Verben werden kombiniert, indem die い-Form von einem genutzt und dessen Bedeutung mit dem zweiten genauer definiert wird. Solche Kombinationen wirst du sehr häufig sehen.

Gerade Kombinationen mit 出す wirst du sehr oft sehen. Das bezeichnet stets eine Art plötzliches ausbrechen. Das Auto kam im genannten Fall nicht einfach nur angefahren. Es kam wie geflogen und das sehr plötzlich, was mit dem 出す verdeutlicht wird. Du würdest eine derartige Kombination auch nutzen, um “In Lachen ausbrechen” zu sagen: 笑い出す.

Kombination von Substantiven

Tenten-Kombi: So wie du Verben kombinieren kannst, kannst du auch Substantive kombinieren. Das geht noch einfacher, weil Substantive keine verschiedenen Stammformen besitzen. Du setzt sie einfach aneinander und verpasst dem ersten Kana des zweiten Substantivs zwei Striche, auf Japanisch Tenten genannt, wodurch es sanfter ausgesprochen wird. Um genau zu habe ich derartige Kombinationen bereits in den vorherigen Kapiteln genutzt, ohne dass es dir aufgefallen sein wird.

Ein Beispiel: Sieh dir etwa das Wort 手紙 an, das “Brief” bedeutet. Eigentlich besteht es aus den Einzelworten “Hand” – “て” und “Papier” – “かみ”. In Kombination wird es aber zu てがみ. Du siehst hier, dass das か von かみ zwei Striche oben rechts bekommen hat, wodurch es zu が wurde.

Im nächsten Kapitel geht es mit dem weiter, was in den meisten Lehrbüchern stets als Passiv bezeichnet wird – was es jedoch nicht ist. Du lernst auszudrücken, wie Dinge eine Aktion erhalten.

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Profilbild von Mathias Dietrich

Ich bin der Betreiber von Kawaraban und beschäftige mich seit 2007 mit Japan und seiner Sprache.

Ich habe einen Bachelor of Arts in Japanologie erworben und ein Austauschstudium an der Senshu-Universität absolviert.

Seit 2018 lebe ich in Japan und berichte über das Land und mein Leben hier.

Eines meiner Ziele ist es, zukünftigen Generationen bessere Erklärungen zur Sprache zu bieten, als ich sie zur Verfügung hatte.