Japanischkurs
Immersion mit Japanisch

Sprachinput lernen mit Immersion: Die besten Methoden

Wenn es darum geht, eine Sprache mit Immersion zu lernen, stehst du vor einem Problem: Wie schlägst du unbekannte Worte aus einem Buch oder ähnlichen nach und wie erstellst du eine Vokabelkarte mit ihnen? Hier stelle ich dir die unterschiedlichen Methoden, wie du sie verwendest und welche Vor- und Nachteile sie bieten.

1. Der Klassiker: Manuell

Vokabelkarten von Hand schreiben

Wie funktioniert es? Die simpelste Methode ist es natürlich, ganz einfach selbst in einem Wörterbuch einfach alles nachzuschlagen, zu notieren und dann eine physische Vokabelkarte zu erstellen oder eine in Anki anzulegen. All das hat natürlich seinen eigenen Lerneffekt, nimmt aber auch Zeit in Anspruch und könnte für manch einen zu umständlich sein.

Wenn dir physische Kanjiwörter zu umständlich sind, dann lohnt sich im Fall von Japanisch eine Wörterbuch-App wie Akebi, mit der du unbekannte Kanji ganz einfach suchen kannst, indem du sie nachzeichnest. Und wenn du auch deine Vokabel- oder Satzkarten digital nutzen willst, kannst du deren Erstellung zudem mit Aedict3 automatisieren. Damit du zudem nur für dich sinnvolle Informationen auf ihr hast, kannst du sie individualisieren.

VorteileNachteile
  • Zusätzlicher Lerneffekt durch aufschreiben
  • Funktioniert mit allen Medien und Alltags-Situationen
  • Sehr zeitaufwendig

2. Texterkennungs-Apps

Immersion mit OCR

Wie funktioniert es? Einen Schritt über der komplett manuellen Methode ist die Nutzung von OCR-Programmen. Das sind Programme oder Apps, die Texte in Bildern erkennen können und es dir erlauben, sie zu kopieren. So kannst du sie ganz einfach in ein digitales Wörterbuch kopieren und ihre Bedeutung herausfinden. Das funktioniert heutzutage mit Programmen wie Google Lens oder dem Image Analysis Toolset durchaus gut und macht das Nachschlagen von Worten wesentlich bequemer.

Download:

  • Google Lens (Android / iOS): Die meiner Meinung nach komfortabelste Lösung ist Google Lens, da es den Text direkt erkennt und kopierbar macht. Es ist kein Zwischenschritt notwendig. Zudem bietet es die genaueste Erkennung.
  • Image Analysis Toolset (Android): Eine Alternative zu Google Lens ist das Image Analysis Toolset. Allerdings ist die Nutzung etwas umständlicher, da du erst ein Foto machen machst, eh du es von dem Programm analysieren lassen kannst.

Einrichtung:

Auf Android selbst finde ich die Nutzung von Google Lens im Split-Screen-Modus mit Aedict3 sehr komfortabel. Oder Alternativ Wadoku im Browser. An dieser Stelle will ich dir deswegen erklären, wie genau du das einrichtest. Ich gehe davon aus, dass du beide Apps zuvor installiert und auch bereits ein Wörterbuch deiner Wahl in Aedict3 heruntergeladen hast.

Öffne beide Apps und gehe dann in deine App-Übersicht.
Klicke als erstes auf das Symbol von Aedict3, wähle dann die Funktion Bildschirm teilen aus.
Als nächstes klickst du die Google Lens App an.
Mit dem Balken 1 kannst du die Platzverteilung ändern. Ich empfehle, ihn ein wenig nach oben zu ziehen. So wird Google Lens größer und Aedict3 kleiner. Danach wechselst du mit 2 in den Übersetzungs-Modus.
Da du jedoch nicht direkt übersetzen lassen willst, stellst du die Spracherkennung 1 auf automatisch. Die Sprache, in die “übersetzt” werden soll hingegen auf Japanisch. Danach hälst du die Kamera auf den Text und drückst den Button 3.
Jetz tkannst du den japanischen Text anwählen. Drücke dafür einfach lange auf das Wort, das du auswählen willst.
Jetzt erscheint die typische Textauswahl-Maske. Hast du dein Wort markiert, drückst du “Kopieren”.
Als letzten Schritt drückst du lange auf das Suchfeld in Aedict3 oben und wählst danach “Einfügen” aus.
Schon zeigt dir Aedict3 die Übersetzung an.

Warum nicht direkt übersetzen? Es gibt mehrere Gründe, weswegen du keine direkte Übersetzung von Google nutzen solltest. Allen voran versuchen automatische Übersetzer nur den Sinn eines Satzes beizubehalten, zeigen dir aber nie, mit welcher Syntax und welchen Worten er im Japanischen gebildet wird. Damit helfen sie dir nicht, die Sprache zu lernen. Zudem sind sie auch sehr fehleranfällig und können dir gerne komplett falsche Bedeutungen anzeigen.

VorteileNachteile
  • Simple Einrichtung und Nutzung
  • Funktioniert mit allen Medien und Alltags-Situationen
  • Nachschlagen dauert einige Sekunden

3. Text-Hooker mit Yomitan

Immersion mit Texthooker

Wie funktioniert es? Gerade wer mit Videospielen lernen will, kann von einem Text-Hooker profitieren. Es gibt aber auch derartige Programme für Videos. Sie hängen sich an das Spiel ran, greifen die Texte in ihnen heraus und kopieren sie in deinen Browser. Jetzt kannst du unbekannte Vokabeln ganz einfach mit Yomitan markieren und dir wird eine Übersetzung angezeigt. Du kannst gar direkt noch eine Stufe weitergehen und dir automatisch Vokabelkarten für Anki basierend auf diesen Übersetzungen generieren lassen.

Das größte Problem ist, dass es hier kein Programm gibt, das für absolut alles funktioniert. Stattdessen wirst du viele verschiedene Hooker benötigen, je nachdem was du ansehen willst. Und auch die Einrichtung von jedem läuft ein wenig anders ab. Entsprechend solltest du einen genauen Blick auf die Beschreibung der Programme werfen. Weiter ist es bei Spielen immer eine Frage, welcher Hooker mit deinem Titel kompatibel ist.

Yomitan: Der Kern des gesamten Setups ist Yomitan. Das ist eine Browser-Erweiterung, mit der du einfach nur ein japanisches Wort anwählen musst, um eine Definition aus einem Wörterbuch deiner Wahl zu erhalten.

Texthooker:

  • Asb Player (Videos): Kann die Untertitel von populären Streaming-Seiten wie Netflix und Youtube auslesen und bietet eine Reihe weiterer Features. Er funktioniert zudem mit lokalen Dateien. In diesem Fall musst du jedoch selbst eine Untertitel-Datei liefern.
  • Agent (Spiele): Ein Text-Hooker für Windows und Linux.
  • Textractor (Spiele): Ein individuell anpassbarer Text-Hooker für Windows, der auch mit Wine unter Linux läuft.
VorteileNachteile
  • Sehr bequemes Nachschlagen
  • Umständliche Einrichtung
  • Auf Spiele und Videos begrenzt
  • Nicht mit allen Spielen kompatibel

Wenn du noch auf der Suche nach japanischen Büchern, Serien und ähnlichen bist, die du zum lernen verwenden kannst, dann kannst du direkt in den nächsten Artikel gehen, wo ich eine ganze Reihe von teils gar kostenlosen Quellen dafür gesammelt habe:

Profilbild von Mathias Dietrich

Ich bin der Betreiber von Kawaraban und beschäftige mich seit 2007 mit Japan und seiner Sprache.

Ich habe einen Bachelor of Arts in Japanologie erworben und ein Austauschstudium an der Senshu-Universität absolviert.

Seit 2018 lebe ich in Japan und berichte über das Land und mein Leben hier.

Eines meiner Ziele ist es, zukünftigen Generationen bessere Erklärungen zur Sprache zu bieten, als ich sie zur Verfügung hatte.

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