Japanischkurs
Der Unterschied zwischen ている, てある und ておく

Die Bedeutung von te-oku und te-aru

Die te-Form habe ich einst als eine der wichtigsten Formen das Japanischen vorgestellt. Und in dieser Lektion lernst du zwei weitere wichtige Verwendungen dieser kennen, die ganz einfach Details ausdrücken, die du im Deutschen umständlich beschreiben müsstest.

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てある – Zuvor veränderter Zustand

Wenn du durch die Stadt läufst und etwas beschreiben willst, dass offenbar zuvor verändert wurde, dann könntest du etwa einen Satz wie den folgenden sagen:

柱にはチラシが貼ってあって、「セール中」と書いてあった。

(Hashira-ni-ha Chirashi-ga hatte atte “Seeruchuu”-to kaite atta.)

Was diese Säule-auf angeht, Flugblatt angeklebt-war-und “Angebot-während” schreib-und-existieren-war.

Was ist てある? Den Satz kannst du mit dem bisherigen Wissen bereits verstehen. Neu ist nur 貼ってあって. Und wenn du die bisherigen Kapitel gelesen hast, sollte dir selbst die bekannt vorkommen. Denn du hast bereits die Kombination ている als Gegenwartsform kennengelernt.  Hier hast du nun てある und das bedeutet genau das gleiche, aber mit einer anderen Konnotation.

Deswegen ある: Natürlich ist der erste Gedanke, dass du ある nutzt, weil das Flugblatt ein Gegenstand ist. Immerhin bezeichnet ある das Sein von inanimierten Dingen und いる das von animierten. Aber das ist nicht korrekt. Denn ein anderes Beispiel ist 窓が開いている (Das Fenster ist geöffnet). Der Unterschied wird klarer, wenn du dir die folgenden zwei Beispiele ansiehst:

  1. 窓が開いている。
  2. 窓が開けてある。

Der Unterschied: Neben der Änderung von いる zu ある siehst du auch, dass das Verb 開く im zweiten Beispiel in seiner andere-bewegenden Form steht. Während ersteres “offen-sein” heißt, bedeutet letzteres “öffnen”. Entsprechend bedeutet der erste Satz einfach nur, dass das Fenster von sich aus offen ist. Du siehst es hier quasi wie eine lebende Sache. Der zweite hingegen, dass es offen ist, weil es jemand geöffnet hat. Da es jedoch nicht aus eigenem Willen offen ist, behandelst du es durch die Verwendung von  ある wie ein Ding.

Verwendung von と statt が
Wenn das Zitierte gleichzeitig das Subjekt ist, nutzt du と und nicht が.

と statt が: Im zweiten Teil des Satzes passiert noch etwas ungewöhnliches. Denn hier wird der Akteur des Satzes plötzlich mit と markiert, statt mit が. Das funktioniert, weil bei 書いてある der zitierte Teil, also das Geschriebene, selbst der Akteur ist.

Wann nutzt du die Form? Auf diese Art und Weise beschreibt man auf Japanisch im Regelfall, wenn irgendwo etwas geschrieben steht. Denn wenn du einen Text siehst, gibt es zwangsläufig jemanden, der ihn verfasst hat.

ておく – eine Aktion starten

ている und てある sind einer Gruppe, dessen letztes Mitglied ておく ist. Um das zu verstehen, sieh dir einfach den folgenden Beispielsatz an:

すみとが鍵を玄関のテーブルに置いておいた。

(Sumito-ga Kagi-wo Genkan-no-Teeburu-ni oite-oita.)

Sumito Schlüssel Flur-Gruppe-Tisch-auf hinlegen-gestartet.

Was ist おく? In dem Satz siehst du direkt zwei おく am Ende. Bei beiden handelt es sich um das selbe Wort, das so viel wie “stellen” bedeutet. Damit ist sofort klar, was hier gemeint ist: Sumito hat den Schlüssel auf den Tisch im Flur gelegt. Aber wieso gibt es am Ende gleich zwei おく?

Die Bedeutung: Das ておく nach dem eigentlichen Verb heißt so viel wie “eine Aktion starten”. Du sorgst also dafür, dass die Aktion des Verbs beginnt und anhält. Als Beispiel lässt sich hier erneut das Fenster benutzen. ておく ist quasi die Gegenseite von てある und beschreibt die Situation aus Sicht der Person, die das Fenster öffnete.

Unterschied von teoku und tearu.

Ein häufiger Fehler: Damit einhergehend wird diese Form oft als Vorbereitung für ein bestimmtes Ziel beschrieben. Das ist durchaus eine Bedeutung von ihr, aber bereits eine kontextabhängige erweiterte. Die Kernbedeutung sagt nur aus, dass du etwas tust und dieser Zustand danach anhalten wird, selbst wenn kein andere Ziel damit erreicht wird.

Die te-Form benutzt du bekanntermaßen auch, um Sätze miteinander zu verbinden. In dieser Funktion siehst du sie auch oft mit den Partikeln は und も. Im nächsten Kapitel erfährst du, was es damit auf sich hat:

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Profilbild von Mathias Dietrich

Ich bin der Betreiber von Kawaraban und beschäftige mich seit 2007 mit Japan und seiner Sprache.

Ich habe einen Bachelor of Arts in Japanologie erworben und ein Austauschstudium an der Senshu-Universität absolviert.

Seit 2018 lebe ich in Japan und berichte über das Land und mein Leben hier.

Eines meiner Ziele ist es, zukünftigen Generationen bessere Erklärungen zur Sprache zu bieten, als ich sie zur Verfügung hatte.

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