So funktionieren Japanische Adjektive

Adjektive fuktionieren im Japanischen etwas anders als auf Deutsch. Denn hier kann so manches zum Adjektiv werden, von dem du es nicht erwartest. Alles, was du wissen musst, findest du hier heraus!

Wo kommen die Infos her?

Ursprünglich hat CureDolly Japanisch erstmals so logisch zusammengefasst. Allerdings nur auf Englisch. Was ihren Guide auszeichnet, erkläre ich auf Youtube. Ich bereite ihre Informationen hier nur neu auf, um auch deutschsprachigen Lernern einen einfacheren Zugang zur Sprache zu geben. Ihren Originalguide findest du hier:

Adjektive im Japanischen

Erinnerung an die Satzarten: Wenn du an Kapitel 1 zurückdenkst, erinnerst du dich daran, dass es drei verschiedene Satzarten gibt. Die u-Verben, die da-Substantive und die i-Adjektive. Zur Erinnerung kannst du noch einmal einen Blick auf das Bild werfen:

Japanisch hat drei verschiedene Satzarten.

Jeder Satz kann ein Adjektiv sein: Doch eine Besonderheit des Japanischen ist, dass in Wirklichkeit jede dieser Satzarten die selbe Funktion einnehmen kann wie ein Adjektiv. Vielleicht kommt dir das bekannt vor. Du kannst es ein wenig mit Nebensätzen im Deutschen vergleichen.

Adjektive mit der い-Lok

Am einfachsten ist die Bildung der Adjektive mit der spezifischen い-Adjektiv-Lok. Zum Beispiel der simple Satz

ペンが赤い。

(Pen ga akai.)

Der Stift ist rot.

Behalte hierbei stets im Hinterkopf, dass “赤い” nicht etwa “rot” bedeutet, sondern “ist-rot.” Sonst würde die Übersetzung des Satzes auch “Der Stift rot” heißen und nicht “Der Stift ist rot.”

Einfacher Satzbau eines Adjektiv-Satzes

Verwendung als Adjektiv: Du kannst die Lok jedoch auch zu einer türkisen Lok machen und hinter den Wagon setzen. Dann wird der Wagon jedoch nicht mehr gezogen. Du hast also keinen vollständigen Satz mehr, sondern eine Aussage. In der hat 赤い die Funktion eines Adjektivs, dass das darauffolgende Substantiv genauer beschreibt.

赤いペン

(akai pen)

ist-rot Stift / roter Stift

So wird ein Satz daraus: Um daraus wieder einen Satz zu machen, brauchst du eine neue Lokomotive. Zum Beispiel kannst du “小さい (chiisai) – ist-klein” ransetzen. Jetzt bedeutet der Satz “Der rote Stift ist klein.” oder exakter: “Ist-rot Stift ist-klein.”

Grammatik japanischer Adjektiv-Sätze

Adjektive mit Verbsätzen

Jetzt kommen wir zur Verwendung von Sätzen als Adjektive. Du kannst mit jedem Satz ein daraufflgendes Substantiv beschreiben. Als Beispiel nehmen wir “少女が歌った (shoujo-ga utatta) – Das Mädchen sang”. Auch hier kannst du die u-Lok – das utatta – nehmen und als türkise Lok hinter das Mädchen setzen.

Japanische Verben als Adjektiv

So ändert sich die Bedeutung: Dadurch wird aus “Das Mädchen sang”, “Das Mädchen, das sang.” Der Satzbau ist also umgedreht wie im Deutschen. Auf Japanisch funktioniert das “uttata” jetzt wie ein Adjektiv, im Deutschen erreichst du die Bedeutung mit einem Nebensatz nach dem Substantiv.

Diese neue Aussage ist aber kein Satz. Immerhin fehlt die Lok, die ihn zieht! Du kannst sie aber in jeden beliebigen Satz integrieren. Du kannst gar noch längere Verbsätze als Adjektiv verwenden. Zum Beispiel:

犬が辞書を食べた。

(inu-ga jisho-wo tabeta.)

Der Hund hat das Wörterbuch gegessen.

Diesen Satz kannst du zu 辞書を食べた犬 (jisho-wo tabeta inu) umformulieren und auch hieraus einen vollständigen Satz bilden. Zum Beispiel etwa folgendermaßen:

辞書を食べた犬がやんちゃだ。

(jisho-wo tabeta inu-ga yancha da.)

Der Hund, der das Wörterbuch aß, ist frech.

Substantiv wird durch Satz genauer erklärt.

Adjektive mit Substantivsätzen

Aus だ wird な: Wenn du willst, kannst du aber noch komplexer werden! Weil bei diesem Satz kannst du erneut die だ-Lok zu einer türkisen Lok machen und hinter den Wagon setzen. In diesem Fall musst du aber aufpassen! Weil wenn du das machst, ändert die だ-Lok ihre Form und wird zu einem な (na).

やんちゃな犬が寝ている。

(yanchana inu-ga neteiru.)

Der freche Hund schläft.

Substantive mit Adjektiv-Funktion

Das geht nicht mit allen Substantiven: Du musst dabei beachten, dass du nur bestimmte Substantive auf diese Art und Weise verwenden kannst. Lehrbücher nennen diese gerne な-Adjektive. Allerdings ist das nicht korrekt, da es, wie eben demonstriert, keine Adjektive sind, sondern Substantive und sich auch so verhalten.

Du kannst auch andere Substantive als Adjektiv verwenden. Das funktioniert jedoch ein wenig anders. Und dafür musst du ein weiteres Partikel kennenlernen:

Der の-Wagon

Das の (no) ist ein Possessivpartikel und bedeutet so viel wie “mein”, “sein” oder “ihr”. Bei Japanisch musst du aber nicht darauf achten, wem genau etwas gehört. Denn の deckt alle Fälle ab. Was auch immer darauf folgt, wird dem zuvor genannten Substantiv zugeordnet. Einige Beispiele:

私の鼻 (watashi no hana) – Meine Nase.

さくらのドレス (Sakura no doresu) – Sakura’s Kleid.

 

Ausdruck von Zugehörigkeiten: Du kannst damit auch andere Zugehörigkeiten ausdrücken wie die zu bestimmten Gruppen. Beispielsweise bedeutet カワラバンのマティアス (Kawaraban no Mathias) so viel wie “Mathias von Kawaraban”.

Da das の ganz allgemein Zugehörigkeiten ausdrückt, bietet es noch sehr viel mehr Anwendungsmöglichkeiten. So heißt “akai” etwa so viel wie “ist-rot”, da es die Adjektivform des Substantivs “aka” ist. Allerdings habe ich ja bereits erklärt, dass du nicht jedes Substantiv auf die selbe Art und Weise als Adjektiv verwenden kannst.

Bei ピンク色 (pinkuiro – pink) funktioniert es etwa nicht. Es gehört auch nicht zu der Gruppe von Substantiven, die du mit な adjektivieren kannst. Stattdessen nutzt du in diesem Fall ebenfalls das Possessivpartikel の。

ピンク色のドレス

(pinkuiro no doresu)

Das Kleid, das zur Klasse der pinken Dinge gehört. / das pinke Kleid

Das Verständnis über die Verwendung von Adjektiven erlaubt es dir jetzt in das siebte Kapitel voranzuschreiten, wo es um Verneinungen geht.

Unterstütz das Projekt!

Der Guide zur japanischen Grammatik entsteht komplett unbezahlt in meiner Freizeit. Wenn du mich finanziell unterstützt, kann ich ihm mehr Zeit widmen und schneller veröffentlichen. Das geht über folgende Webseiten:

Außerdem kannst du mich auf Youtube abonnieren, wo ich regelmäßig Videos rund um Japan hochlade:

Zu meinem Youtube-Kanal

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert