Wer nach Japan reisen will, will sich natürlich auch sprachlich darauf vorbereiten! Immerhin eröffnet das ganz neue Erlebnisse im Land und irgendwie fühlt es sich einfach nicht gut an, in Japan wie ein typischer Tourist nur Englisch zu sprechen. Zudem wirkst du auf Japaner direkt sympathischer, wenn du ihre Sprache lernst! Doch wie stellst du das am besten an?
Japanisch lernen für den Urlaub
Fallen, die du kennen solltest
Natürlich gibt es endlos viele Sprachkurse, die sich auf Reisen spezialisieren. Doch von dem klassischen Erlebnis nach diesen berichten viele auf Social Media: Sie gehen nach Japan und verstanden dennoch nichts. Über die Probleme der sprachlichen Vorbereitung speziell für den Urlaub redete ich selbst auch bereits in der Vergangenheit.
Denn die Realität ist: In Japan bringen dich ein paar Anfänger-Phrasen nicht weit und du wirst mit ihnen oft wie ein Reh im Scheinwerferlicht dastehen: Frage auf Japanisch stellen, Antwort nicht verstehen und auf Englisch wechseln. Denn in Japan brauchst du das Japanisch, dem du wirklich begegnen wirst. Und das ist nicht für Sprachlerner vereinfacht.
Ein Problem von Vorbereitungskursen ist, dass diese dafür nicht nur nicht ausreichend sind, sondern durch eine viel zu schnelle Herangehensweise gar deinen Grundlagen schaden! Gerade der Bereich Aussprache wird im Regelfall nur sehr stiefmütterlich behandelt, was auch mich selbst vor nur schwer zu lösende Probleme stellte: Denn die war danach so falsch, dass mich trotz richtig genutzter Wörter niemand verstand. Deswegen stellt sich die Frage: Wie gehst du es richtig an?
Der grundlegende Sprachlernablauf
Sprache lernen folgt einem nachgewiesenen Muster. Während viel über die Details diskutiert wird, sieht der Kernablauf für Japanisch folgendermaßen aus:
- Höre die Sprache: Höre während deinem Alltag japanische Lieder an, oder lasse Videos und Podcasts im Hintergrund laufen, in denen Japanisch gesprochen wird. Es geht in dieser Phase nur darum, dich an den Klang der Sprache zu gewöhnen. Verstehen ist zunächst unwichtig.
- Lerne die einfache Schrift: Japanisch besitzt mit Hiragana und Katakana zwei simple Zeichensätze, die du können solltest und in ungefähr zwei Wochen lernen kannst.
- Sieh dir den Tonhöhen-Akzent an: Alle mir bekannten Kurse und Lehrbücher ignorieren diesen Punkt stets. In welcher Tonlage du auf Japanisch sprichst, ist sehr wichtig. Das wird mit dem Tonhöhen-Akzent (auch Pitch-Akzent) beschrieben. Ein falscher Pitch kann dafür sorgen, dass dich Japaner nicht verstehen. Zwar musst du ihn nicht perfekt beherrschen, aber du solltest ihn zumindest kennen.
- Grundlegende Grammatik: Entgegen der populären Meinung ist Grammatik nicht das wichtigste beim Sprache lernen. Zu Beginn kann es aber lohnen, wenn du dir vielleicht zwei Wochen lang einige Grundlagen anliest.
- Sätze und Wörter lernen mit Immersion: Schließlich beginnt das eigentliche Lernen: Du suchst Japanische Sätze und Wörter und findest heraus, was sie bedeuten.
- Reden mit Shadowing: Das Sprechen selbst hingegen übst du schließlich mit Nachsprechen - nicht, indem du Grammatik nutzt und selbst Sätze bildest. Bei dem Versuch kommt bei Japanisch nämlich sehr schnell nur Kauderwelsch heraus, da es sich zu sehr von Deutsch oder Englisch unterscheidet.
Wie lange dauert das? Die Grundlagen durchzugehen, um dich schließlich auf Punkt 5 und 6 zu konzentrieren, wird im Regelfall zwischen zwei und vier Wochen dauern. Du stehst also nicht vor einem Jahrelangen unterfangen. Danach heißt es: Je mehr du machst, umso leichter wird dir die Sprache fallen.
Wie du jeden dieser Schritte im Details angehst, habe ich bereits zuvor in vollem Umfang auf meiner Seite beschrieben. Die ausführliche Fassung findest du mit einem Klick auf dne folgenden grünen Button:
So lernst du für die Japanreise!
Was du brauchst, ist eine Simulation, die dich in genau jene Situationen wirft, die du während deiner Reise erleben wirst. Denn du wirst aus dem Flugzeug steigen und sofort mit ganz normalen Alltagsjapanisch konfrontiert. Wenn du Japanisch sprichst, wird dein Gegenüber davon ausgehen, dass du die Sprache kannst und ganz normal reden.
Dein großer Vorteil: Wenn du das zuhause simulierst, hast du keinen Stress und die Zeit, alles nachzuschlagen, was du nicht verstehst. Und genau auf diese Art und Weise prägen wir uns Sprache auch am besten ein. Selbst, wenn du es nicht unmittelbar merkst.
Lernen mit einem Japanreise-Simulator
Praktischerweise ist die Simulation einer Japanreise heutzutage extrem einfach: Denn es gibt Unmengen an Videos, Büchern und Spielen, mit denen du dich direkt in klassische Reisesituationen versetzen kannst und die dir dadurch direkt zeigen, auf welche Wörter, Sätze und Umgangsformen du dich einstellen musst!
Zum Sprachkurs wird das schließlich dank spezieller Lern-Apps, von denen du bisher wahrscheinlich noch nicht gehört hast, und die ganz anders funktionieren als Duolingo und Co.! Wie genau das funktioniert, findest du heraus, wenn du auf diesen grünen Button klickst:
Wenn du die folgenden Werke komplett auf Japanisch durchgehst, bist du bestens für die Reise vorbereitet! Natürlich gibt dir die Liste nur einige Vorschläge. Es gibt noch wesentlich mehr Medien, mit denen du dir die Sprache aneignen kannst!
- inKonbini: Hier erlebst du den Alltag eines Konbini-Angestellten und erfährst dadurch, worauf du dich beim Einkaufen einstellen musst und etwa fragst, wo bestimmte Waren sind oder dich nach Allergiestoffen erkundigst.
- Catherine: Wenn du Abends in eine Bar gehen willst, stehen Dinge wie Smalltalk und zwischenmenschliche Probleme auf dem Plan. Catherine bietet genau das!
- Coffee Talk: Tokyo: Mehr Material für Smalltalk wie bei Catherine, nur mit dem Setting eines Coffee Shops in Tokio.
- Yakuza / Like A Dragon: Die Yakuza- bzw. Like-A-Dragon-Reihe sowie ihre Spin-Offs mögen sich um Kriminalität drehen, lassen dich aber auch eine moderne japanische Welt erkunden. So kannst du etwa die Namen vieler Gerichte lernen und bist dann nicht mehr verwirrt, wenn du auf "Bukakke Udon" triffst.
Und natürlich gilt: Je mehr du die Sprache erlebst, umso besser wirst du mit ihr umgehen können. Dabei kann gar wiederholtes Durchspielen helfen! So merkst du gar selbst, wie du bei jedem Mal immer weniger auf das Nachschlagen im Wörterbuch angewiesen bist!
Alle wichtigen Fragen zum Japanisch lernen für den Urlaub
Nein, erfahrungsgemäß reicht das leider oft nicht aus. Klassische Vokabellisten oder starre Reisesprachkurse bereiten dich nicht darauf vor, wie Japaner in der Realität sprechen. In Japan wird niemand sein Alltagsjapanisch für dich in ein vereinfachtes "Lehrbuch-Japanisch" übersetzen. Wenn du nur Listen lernst, wirst du vor Ort sehr wahrscheinlich trotzdem niemanden verstehen.
Bekannte Mainstream-Apps konzentrieren sich oft auf Lückentexte und isolierte Sätze. Sie vernachlässigen fundamentale Dinge wie den japanischen Tonhöhen-Akzent (Pitch-Akzent) oder den natürlichen Sprachfluss. Für eine echte Reise ist Immersion (das Eintauchen in realistische Sprachsituationen) viel effektiver. Welche Alternativ-Apps sich besser eignen, erfährst du über den entsprechenden Button im Artikel.
Im Japanischen entscheidet die Tonhöhe, in der Silben ausgesprochen werden, oft über die Bedeutung eines Wortes. Betonst du falsch, versteht dich dein Gegenüber im schlimmsten Fall nicht - selbst wenn deine Grammatik perfekt ist. Viele Kurse ignorieren das völlig, weshalb du dir dieses Konzept von Anfang an bewusst machen solltest.
Entgegen der populären Meinung ist das der falsche Weg. Da die japanische Satzstruktur komplett anders funktioniert als die deutsche oder englische, kommt bei dem Versuch oft nur unverständliches Kauderwelsch heraus. Nutze Grammatik eher, um ein Grundverständnis aufzubauen, und lerne das Sprechen lieber durch "Shadowing" - also das direkte Nachsprechen von echten, vorgefertigten Sätzen von Muttersprachlern.
Spiele wie inKonbini, Catherine oder Yakuza / Like A Dragon fungieren als perfekte Reise-Simulatoren. Sie versetzen dich stressfrei in alltägliche Situationen (einkaufen, Smalltalk in einer Bar, Essen bestellen). So lernst du genau den Wortschatz und die Umgangsformen kennen, mit denen du in Japan direkt nach der Landung konfrontiert wirst.
Du musst nicht Tausende von komplexen Kanji-Zeichen auswendig lernen. Aber die beiden grundlegenden Silbenschriften Hiragana und Katakana solltest du beherrschen - schon allein, um Immersion betreiben zu können. Das dauert nur etwa zwei Wochen und hilft dir enorm weiter - egal ob im Supermarkt, im Restaurant oder beim Nutzen öffentlicher Verkehrsmittel vor Ort. Die Kanji hingegen wirst du mit der genannten Methode ganz nebenbei lernen, ohne, dass du es merkst.
Bereite dich auf Japan vor!
Die sprachliche Vorbereitung ist natürlich nur ein Aspekt eines Urlaubs in Japan. Wenn du auf den abschließenden grünen Button klickst, helfe ich dir auch mit Dingen wie dem Flug, dem Alltag und spannenden Zielen im Land - auch abseits der typischen Touristenrouten!

Ich bin der Betreiber von Kawaraban und beschäftige mich seit 2007 mit Japan und seiner Sprache.
Ich habe einen Bachelor of Arts in Japanologie erworben und ein Austauschstudium an der Senshu-Universität absolviert.
Seit 2018 lebe ich in Japan und berichte über das Land und mein Leben hier.
Eines meiner Ziele ist es, zukünftigen Generationen bessere Erklärungen zur Sprache zu bieten, als ich sie zur Verfügung hatte.

