
Danke auf Japanisch und die Entschuldigung sind eng miteinander verwoben. Drei der wichtigsten Wörter sind „Arigato“, „Arigatou Gozaimasu“ und „Sumimasen“. Aber was heißen sie auf Deutsch und wann werden sie verwendet?
Ein simples „Danke“: „Arigato“(ありがと) ist eine ungezwungene Art, sich auf Japanisch zu bedanken. Allerdings kannst du es auf verschiedene Arten und Weisen ausdrücken, wodurch es jeweils andere Nuancen erhält.
Die Schreibweise: Insgesamt gibt es gleich vier verschiedene Arten und Weisen, das Wort zu schreiben! Die einfachste und etwas umgangssprachliche Variante ist ありがと (Arigato). Sauberer und höflicher hingegen wäre ありがとう (Arigatou), also mit dem „o“ am Ende langgezogen. Du kannst es zudem mit Kanji schreiben, wodurch es zu 有り難う oder 有難う wird. Diese Form wirst du aber vergleichsweise selten sehen.
Aber was, wenn du mit Lehrern, Vorgesetzten oder anderen Autoritätspersonen sprichst? Für derartigen Situationen gibt es wieder ein nettes Wort, dass du eventuell noch vom Hallo auf Japanisch kennst. Das ございます (Gozaimasu).
Fällt dir etwas auf? Die japanische Höflichkeitssprache gilt als komplex, aber auch im Deutschen haben wir verschiedene Höflichkeitsgrade beim Danken, die wir instinktiv nutzen. In beiden Sprachen gilt: Je länger der Ausdruck, desto höflicher.
Um Japanisch so natürlich wie deine Muttersprache zu sprechen, lerne nicht durch Auswendiglernen von Höflichkeitsformen – umgib dich stattdessen mit der Sprache! Mehr dazu in meinem kostenlosen Sprachkurs hier:
„Sumimasen“ (すみません) wird oft mit „Entschuldigung“ übersetzt, hat aber je nach Kontext noch ganz andere Bedeutungen. Linguist Risako Ide hat insgesamt sieben verschiedene Verwendungen beschrieben:
Die Schreibweise: In den meisten Fällen wird „Sumimasen“ einfach nur in Hiragana geschrieben. Manchmal siehst du es jedoch auch mit einem Kanji als „済みません“.
Die Nutzung: Das „Sumimasen“ kannst du in Japan komplett inflationär benutzen. Es ist dein Begleiter in allen Lebenslagen: Jemand hilft dir? Sumimasen! Du brauchst Hilfe? Sumimasen! Jemand hält dir die Tür auf? Sumimasen! Du bist potentiell jemanden leicht in den Weg gelaufen? Sumimasen! Deine Anwesenheit könnte die Raumtemperatur um 0,01 Grad erhöht haben? Sumimasen! Es gibt hier kein zu viel, maximal zu wenig.
Anhand der Kanjischreibweise sieht man, dass es sich vom Verb „sumu“ (済む) ableitet. Das bedeutet so viel wie „etwas zu Ende bringen“ oder „klären“. Das wird schließlich mit dem Hilfsverb für die Höflichkeit formeller gemacht und schließlich verneint.
Die Bedeutung: Die wörtliche Bedeutung ist also „Ich brachte es nicht zuende“ oder „Ich klärte es nicht“ und drückt somit Reue über diesen Zustand aus. Und damit verstehst du auch, wieso es kein reines „Entschuldigung“ ist, sondern auch noch anderweitig zum Einsatz kommen kann!
Was ist Gomennasai? Jetzt sprach ich in der Liste oben bereits von von „Gomennasai“ (ごめんなさい) . Das ist die klassische japanische Entschuldigung, die man hauptsächlich auch als solche verwendet. Sie trägt eine sehr persönliche Note und wird oft in Situationen genutzt, in denen man eine aufrichtige Entschuldigung für einen bedeutenderen Fehler zum Ausdruck bringen möchte.
Der umgangssprachliche Weg: Gerade unter Freunden würdest du aber weder noch als Entschuldigung nutzen. Stattdessen greifst du hier am besten auf das sehr kurze „Suman“ (すまん) oder einfach nur „Warui“ (わるい) zurück. Auch ein „Gomen“ (ごめん) ist möglich. Diese drei Wörter gelten als eher informell.
Extrem höflich: Im Gegensatz dazu gibt es noch „Moushiwakearimasen“ (申し訳ありません), was eine besonders höfliche Entschuldigung ist, die du gerade von Angestellten hören wirst, wenn sie dir bei einem Problem nicht weiterhelfen können.
Wenn du selbst Dank erhälst, solltest du ihn nicht unkommentiert hinnehmen. Stattdessen solltest du soetwas sagen wie „Keine Ursache!“ oder „Gern geschehen!“ Auf Japanisch machst du das mit einem „Iie, iie!“ (いいえ, いいえ) oder einem „Dou Itashimashite“ (どういたしまして).
Es gibt auch situationsspezifische Dankesausdrücke, die du zu speziellen Gelegenheiten verwendest:
Das sind eine ganze Menge Begriffe, deren Nuancen man nicht so einfach lernen kann. Um sie dir einzuprägen, solltest du dich deswegen mit der Sprache umgeben. So siehst du regelmäßig, wie genau sie verwendet wird und wann welche Ausdrücke zum Einsatz kommen. Für das Unterfangen gibt es zudem eine sehr hilfreiche App, mit der ich selbst lerne. Ich kann dir nur empfehlen, sie dir ebenfalls anzusehen:

Ich bin der Betreiber von Kawaraban und beschäftige mich seit 2007 mit Japan und seiner Sprache.
Ich habe einen Bachelor of Arts in Japanologie erworben und ein Austauschstudium an der Senshu-Universität absolviert.
Seit 2018 lebe ich in Japan und berichte über das Land und mein Leben hier.
Eines meiner Ziele ist es, zukünftigen Generationen bessere Erklärungen zur Sprache zu bieten, als ich sie zur Verfügung hatte.