Japanischkurs
Teaser zu Yomitan

Yomitan: So nutzt du die wichtige Browser-Erweiterung für Japanischlerner

Yomitan ist ein Urgestein der Japanisch-Apps. Es begann einst unter dem Namen Yomichan und gibt einem eine Kernfunktion, auf der viele weitere Lernprogramme heutzutage aufbauen: Ein Popup-Wörterbuch. Das beste daran: Es ist komplett kostenlos. Ich erklär dir hier, was genau es macht und wie du es einrichtest!

Was macht Yomitan?

Ein Popup-Wörterbuch für deinen Browser: Yomitan ist eine Browser-Erweiterung für Chrome, Firefox und Edge. Sie erlaubt es dir, mit der Maus über ein japanisches Wort in deinem Browser zu fahren, um dann ein kleines Fenster zu sehen, indem du einen Wörterbucheintrag des angewählten Begriffs aus einem zuvor installierten Wörterbuch zu sehen. Du kannst damit also ganz bequem japanische Texte in deinem Browser lesen und jedes unbekannte Wort ganz schnell nachschlagen.

Yomitan im Einsatz
So sieht das Popup-Wörterbuch Yomitan im Einsatz aus.

Eine bequemere Alternative: Yomitan ist mächtig und komplex. Allerdings kann es mit seinen Funktionen und der Einrichtung auch erschlagen. Wenn du eine bequemere Alternative suchst und dafür notfalls auch zahlen willst, empfehle ich dir, einen Blick auf Migaku zu werfen! Das bietet die selbe Kernfunktion, ist jedoch ab der Installation direkt voreingerichtet. Darüber hinaus hat es noch weitere wichtige Lernfeatures.

So richtest du Yomitan ein

Als allererstes musst du Yomitan installieren. Das kannst du einmal machen, indem du einfach die gewünschte Version direkt auf der Github-Seite des Projekts herunterlädst, oder aber du installierst es einfach direkt über den Plugin-Store deines Browser:

Meine Empfehlung: Wenn du japanisch lernen willst, empfehle ich einen Chrome-basierten Browser wie Chrome selbst, oder auch Chromium. Das liegt daran, dass es viele andere Browser-Erweiterung zum Japanischlernen nur für Chrome gibt, oder sie mit diesem Browser mehr Funktionen bieten.

Installiere ein Wörterbuch

Damit du Yomitan nutzen kannst, musst du mindestens ein Wörterbuch installieren. Die müssen im entsprechenden Yomitan- oder Yomichan-Format vorliegen. Dabei empfiehlt sich für den Anfang eines der zwei folgenden:

Einmal runtergeladen installierst du es in den Optionen von Yomitan. Im folgenden Beispiel zeige ich dir, wie du das mit Chrome machst. Der Ablauf ist bei den anderen Browsern aber fast identisch und an sich unterscheidet sich nur, wo genau du die Optionen findest:

Klick in deinem Browser auf die Erweiterungen (1) und öffne dann die Erweiterungs-Übersicht (2).
Stelle sicher, dass Yomitan aktiviert ist (3) und öffne die Details (4).
Öffne nun die Yomitan-Optionen (5).
Klicke auf „Configure installed and enabled dictionaries“ (6).
Klicke nun auf Import (7), Danach kannst du dein zuvor heruntergeladenes Zip-File hineinziehen und so installieren, oder du klickst noch einmal auf das Feld.
Im neuen Fenster klickst du auf dein Zip-File (8) und dann auf „Öffnen“ (9).
Jetzt siehst du dein installiertes Wörterbuch und Yomitan ist bereits einsatzbereit.

Zusätzliche Funktionen mit weiteren Wörterbüchern: Yomitan unterstützt nicht nur einfache Wörterbücher, sondern auch Dinge wie Akzent-Wörterbücher, die den Pitch-Akzent des japanischen zeigen, sowie Häufigkeitslisten, die dir zeigen, wie häufig die einzelnen Wörter im Japanischen verwendet werden.

Lasse dir Wörter vorsprechen

Yomitan kann verschiedene Quellen nach Tondateien für die einzelnen Wörter durchsuchen, die du dir dann direkt vorsprechen lassen kannst. Die musst du allerdings ebenfalls erst in den Optionen einrichten.

In den Yomitan-Optionen klickst du im Bereich „Audio“ auf „Configure audio playback sources“ (1).
Klicke zwei Mal auf „Add“ (2). Yomitan trägt dir automatisch die zwei besten Quellen ein. Willst du sie weiter anpassen, drückst du auf den Pfeil (3).

Passe das Verhalten von Yomitan an

Als nächstes solltest du in den selben Optionen den Abschnitt „Scanning“ suchen und deinen Vorlieben anpassen. Hier gibst du an, wie genau Yomitan reagieren soll, wenn du ein Wort scannst und welche weiteren Funktionen es dir dabei bieten soll.

Unter 1 kannst du einen Button festlegen, en du gedrückt halten musst, damit das Wörterbuch auftaucht. Legst du keinen fest, reicht mit der Maus über das Wort hovern. Unter (2) hast du weitere Optionen.
Du kannst etwa das Wörterbuch selbst scanbar machen. Nützlich, wenn du einsprachige Wörterbücher verwenden willst!

Das deckt die wichtigsten Grundfunktionen von Yomitan ab. Um es wirklich effektiv zu verwenden, solltest du es aber nicht alleine verwenden, sondern in Kombination mit Anki.

Erstelle Anki-Karten mit Yomitan

Eine besonders nützliche Funktion von Yomitan ist, dass du die Wörterbucheinträge mit nur einem Klick zu einer Anki-Karte machen kannst. Dafür musst du aber nicht nur Yomitan einrichten, sondern auch Anki. Für das musst du das AnkiConnect-Addon installieren.

Hast du das getan, musst du nur Anki offen haben und die Verbindung in Yomitan aktivieren. Danach musst du ihm mitteilen, welche Informationen es in welches Feld deiner Anki-Karten eintragen soll und in welchem Deck du die Karten haben willst.

Während Anki läuft suchst du in den Yomitan-Optionen den Anki-Bereich und aktivierst es (1). Danach stellst du das Kartenformat (2) ein.
Unter (3) wählst du dein Anki-Deck und das Kartenformat aus, das du nutzen willst. Bei (4) erklärst du Anki, welche Informationen es in welchem Feld speichern soll.
Wenn du „clipboard-image“ auswählst (5), bringt Yomitan automatisch den Screenshot in deiner Zwischenablage, den du mit „Druck“ erstellst auf deine Karte.
Wenn du jetzt das Wörterbuch nutzt, hast du oben rechts ein „+“ (6), mit dem du den Eintrag deinen Anki-Karten hinzufügst.
Das Ergebnis ist von deinem Anki-Deck abhängig. Bei mir ist auf der Vorderseite das Wort.
Auf der Rückseite hingegen alle zuvor eingestellten Informationen: Wort, Beispielsatz, Definition und Audio.

Da ich, als ich die Karte erstellte, kein Bild in der Zwischenablage hatte, taucht auch keines auf der Karte auf.

Yomitan wird mit anderen Apps mächtiger!

Damit hast du die wichtigsten Funktionen von Yomitan eingerichtet und kannst es auf allen möglichen Webseiten verwenden. Allerdings kannst du es auch mit Videos oder Spielen verwenden. Dafür braucht es aber die Unterstützung von weiteren Programmen. Wie das funktioniert, erkläre ich dir in den entsprechenden Anleitungen zu den weiteren Programmen, die du alle in der Übersicht findest!

Profilbild von Mathias Dietrich

Ich bin der Betreiber von Kawaraban und beschäftige mich seit 2007 mit Japan und seiner Sprache.

Ich habe einen Bachelor of Arts in Japanologie erworben und ein Austauschstudium an der Senshu-Universität absolviert.

Seit 2018 lebe ich in Japan und berichte über das Land und mein Leben hier.

Eines meiner Ziele ist es, zukünftigen Generationen bessere Erklärungen zur Sprache zu bieten, als ich sie zur Verfügung hatte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

  1. Manuel.Y says:

    Ich hoffe wirklich dass was du sagst, alles wirklich stimmt. Vertraue dir, weil du mir einen guten und netten Eindruck gibt’s. Hole mir am black friday migaku und probiere täglich ein Manga zu lesen auf japanisch. Und habe mit Animes angefangen erstmal mit Deutschen Untertitel. Und im September geht es mit der Volkshochschule los. Schaue auch gerade auf YouTube deinen Kanal und dazu noch Vicki Japanisch lern Kurs (sind 4 Videos). hättest du vielleicht noch Tipps oder Tricks, das ich jetzt nicht zu viel mir hole und dann komplett untergehe oder passt das ? Habe auch von dir gehört Yakuza sollte auch eine gute Idee sein, hole ich mir auch. Dein Buch ist natürlich schon gekauft, kommt am Samstag ✌🏻. Würde gerne mal nach Japan Reisen oder auch Animes, Postcast und mich mit anderen Japaner verständigen (reden/schreiben). Ist mein Weg bisher richtig oder muss ich was ändern ? Wenn ich migaku habe, beginne ich auch mit jeden Morgen Anki Wiederholung 10-15 Wörter. Würde mich über eine Rückmeldung freuen.

    Grüße Manu 🤙🏼

    • Mathias Dietrich says:

      Hallo und danke dir vielmals!

      Allen voran musst du bei der Methode wirklich bedenken: Das einsprachige macht es. Gerade beim Anime sehen, müssen deutsche Untertitel viel anpassen. Die Übersetzung hat dann oft eher weniger mit dem zu tun, was wortwörtlich im Anime gesagt wurde. Deswegen ist der springende Punkt das Wort für Wort durchgehen mit Wörterbuch. Mit deutschen Untertiteln gibt dann zu Beginn eher den Vorteil, dass man auf jeden Fall schonmal etwas Japanisch hört. Das ist auch durchaus hilfreich. Zumindest laut Dr. Eleonore Smalle, deren Expertise ich hier vertraue.

      Bei Yakuza musst du ein wenig bedenken, was du bekommst. An sich ja: Es gibt dir einiges an Alltagsinhalten und natürliches Japanisch. Gerade Menükarten lesen und auch diverser Smalltalk mit Freunden oder gar Dating-Vokabular. Aber das eben sofort ungezügelt auf Muttersprachniveau mit Gesprächen über gar abstrakte Dinge. Quasi direkt der Holzhammer drauf.

      Und auf der anderen Seite hat es auch viel Gangster Slang und einige sehr abgedrehte Nebenmissionen. Obwohl die Hauptmissionen, sobald man den Slang kennt, meist recht simpel zu verstehen waren … außer sie reden gerade über Politik und komplexe Intrigen. Aber da war ich selbst auf Englisch immer raus. Ü

      Je nachdem, wie man selbst eingestellt ist, könnte einen das zu Beginn aber auch erschlagen. Muss man dann sehen. Manche schlagen sich da gerne durch, da die Motivation, direkt so ein Spiel zu spielen, größer iat. Andere profitieren eher von, erstmal nen Gang zurückschalten. Bloß nicht scheuen, notfalls erstmal Kinderbücher mit simplerem Satzbau und greifbareren Gesprächen zu nutzen, wenn einen das weniger stresst. Balance ist wichtig, sieht aber bei jedem individuell anders aus.

      Was VHS und Kurse angeht hast du es vielleicht auch schon auf meiner Seite gelesen: Als ich sie besuchte, fand ich sie toll. Rückblickend betrachtet denke ich, dass sie mich eher aufgehalten haben und wirklich dringend von den verwestlichten Grammatikerklärungen wegkommen sollten und die Leute mehr zur Immersion anhalten sollten, statt dieser Testaufgaben. Aber Grammatik an sich halte ich heutzutage eh nur noch für ein „Mal zwei Wochen nen Überblick über das wichtigste verschaffen und fertig!“-Ding, als kleine Hilfestellung für schnelleres Verständnis. Der Fokus des Spracherwerb ist aber ein anderer. Zudem halte ich den Drang in Kursen zu Early Output basierend auf Grammatikregeln problematisch. Aber wenn du dir diverser Nachteile und Aspekte, die Kurse nie erklären (etwa Pitch Akzent) im klaren bist, eh etwas Vorbereitung hast und du an sich bereits angemeldet bist, kannst du dir das ganze auch mal selbst ansehen. Einer der wichtigsten Punkte ist es, zu wissen, dass du abseits des Kurses sehr viel Zeit mit Immersion verbringen musst. Aber das planst du ja eh bereits.

      Ansonsten klingt das schon ganz gut. Fokus auf Muttersprachmaterial und als Bonus Anki, soweit es Spaß macht und motiviert, für gezieltere Wiederholung und Kurzzeitgedächtnis. Das kannst du direkt noch mit Shadowing für Output kombinieren, sobald du die Pitch-Akzent-Muster erkennen kannst. Da hat Anki prsktischerweise mittlerweile eine Aufnahme-Funktion für.

      Gruß,

      Mathias!

©
2026