Die Zeitformen: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Zeitformen im Japanischen

Bisher hast du in dem Guide zur japanischen Grammatik bisher nur eine einzige Zeitform gesehen. Damit du ganz natürliches Japanisch sprechen und schreiben kannst, brauchst du allerdings insgesamt drei. Und die stelle ich dir hier vor!

Wo kommen die Infos her?

Ursprünglich hat CureDolly Japanisch erstmals so logisch zusammengefasst. Allerdings nur auf Englisch. Was ihren Guide auszeichnet, erkläre ich auf Youtube. Ich bereite ihre Informationen hier nur neu auf, um auch deutschsprachigen Lernern einen einfacheren Zugang zur Sprache zu geben. Ihren Originalguide findest du hier:

Welche Zeitformen brauchst du bei Japanisch?

Bisher hast du in diesem Guide nur die simple Wörterbuchform der Verben gesehen wie etwa 歩く (aruku – laufen) oder 投げる (nageru – werfen). Gemeinsam mit dieser brauchst du aber noch zwei weitere, insgesamt also drei:

  • Nicht-Vergangenheit
  • Gegenwart
  • Vergangenheit

Die Nicht-Vergangenheit

Diese Form kennst du bereits: Vielleicht hast du gedacht, dass du bisher die ganz gewöhnliche Gegenwartsform genutzt hast. Aber das stimmt nicht. Die durch die Wörterbuchform der Verben wiedergegebene Form ist die Nicht-Vergangenheit.

Was ist die Nicht-Vergangenheit? Der Begriff klingt konfus. Was jedoch daran liegt, dass die Zeitform im Deutschen bereits nicht ganz korrekt bezeichnet wird. Allerdings weißt du, dass du mit dem Präsens auch über die Zukunft sprechen kannst. Und ähnlich funktioniert das auch bei Japanisch.

Ein Beispiel:

Ich gehe ins Café, esse einen Kuchen und trinke einen Kaffee.

Hier nutzt du den Präsens, sprichst aber über zukünftige Ereignisse. Immerhin kannst du nicht alle der drei Dinge zur selben Zeit tun. Wenn du hingegen über die derzeitige Gegenwart redest, wirst du die Verlaufsform nutzen und sagen “Ich esse gerade Kuchen.” Oder aber du nutzt den stark aus der Mode gekommenen Partizip I:

Ich bin Kuchen essend.

Diese Verlaufsform ist im Englischen noch wesentlich gebräuchlicher, wo du sagen würdest “I am eating cake.”

Dann nutzt du die Nicht-Vergangenheit: Die Nicht-Vergangenheit nutzt du, wenn du über Dinge redest, die du regelmäßig machst, oder aber die du vorhast, zu tun. “Ich esse Kuchen.” kann auch bedeuten, dass du ganz allgemein Kuchen isst und nicht ablehnen würdest. Auch, wenn gerade keiner da ist.

Im Japanischen funktioniert das ganz ähnlich. Die meiste Zeit nutzt du die Nicht-Vergangenheit, um über die Zukunft zu reden, oder allgemeine Gewohnheiten auszudrücken. Du kannst mit ihr auch über die Gegenwart reden, das machst du aber eher selten.

Die Gegenwart

Für die Gegenwart brauchst du im Japanischen eine Verlaufsform. Du würdest also nicht sagen “Sakura läuft” sondern “Sakura ist laufend”. Und das machst du mit dem Hilfsverb いる (iru – sein).

さくらが歩いている。

(Sakura-ga aruite iru.)

Sakura ist laufend.

So einfach ist die Verlaufsform: Und hier siehst du auch bereits den Grund, wieso ich mit den Erklärungen zu den Zeitangaben bis Kapitel 5 gewartet hab. Denn du musst das jeweilige Verb in die て-Form bringen und schließlich das Hilfsverb いる anfügen.

Die japanische Gegenwartsform

Die Kernaussage ist in diesem Fall “Inu-ga iru” – “Hund ist”. Allerdings willst du nicht nur sagen, dass der Hund existiert. Du willst genauer erklären, wass er gerade in seiner Existenz macht. Und dafür ist die türkise Lokomotive da.

Die Vergangenheit

た statt て: Auch um die Vergangenheitsform zu bilden, brauchst du in gewissen Maße die て-Form. Nur statt ein て am Ende deines Verbs anzubringen, bastelst du ein た ran. Das ist bereits das gesamte Geheimnis zur Vergangenheitsform.

  • Nicht-Präsens: 犬が食べる。(Inu-ga taberu.) – Der Hund isst.
  • Vergangenheit: 犬が食べた。(Inu-ga tabeta.) – Der Hund aß.

Die Zukunft

Die meiste Zeit funktionieren Aussagen über die Zukunft im Japanischen wie auch im Deutschen, indem du die Sätze einfach um eine Zeitangabe erweiterst. Die kommt ganz an den Anfang des Satzes und es gibt hier zwei unterschiedliche Methoden:

  • Relative Zeitangaben: Zeitangaben wie “Morgen”, “Nächstes Jahr”, “Nächste Woche”, deren Bedeutung sich ändert, je nachdem, wenn du sie sagst, setzt du einfach ohne weitere Änderungen an den Anfang des Satzes.
  • Absolute Zeitangaben: Bei konkreten Angaben wie “Dienstag”, “Um 6”, “Im Juni” kommt noch das Partikel に nach der eigentlichen Zeit.

Wie unterscheidest du die Angaben? Wenn du im Deutschen ein Wort wie “Am”, “Um” oder “Im” nutzt, um eine Zeit auszudrücken, brauchst du im Japanischen に. Das ist also noch einfacher als bei Deutsch, da du immer das selbe Wort anhängst und nicht jedesmal ein anderes!

So funktioniert die Grammatik japanischer Zeitpartikel
Du musst bei Japanisch zwischen relativen und absoluten Zeitangaben unterscheiden.

Im nächsten Kapitel lernst du, wie Adjektive im Japanischen funktionieren und wie du sie verwendest.

Unterstütz das Projekt!

Der Guide zur japanischen Grammatik entsteht komplett unbezahlt in meiner Freizeit. Wenn du mich finanziell unterstützt, kann ich ihm mehr Zeit widmen und schneller veröffentlichen. Das geht über folgende Webseiten:

Außerdem kannst du mich auf Youtube abonnieren, wo ich regelmäßig Videos rund um Japan hochlade:

Zu meinem Youtube-Kanal

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert