Guide zum Japanisch lernen: Was du für den Einstieg wissen musst

Bevor du mit dem Japanisch lernen anfängst, solltest du einige grundlegende Dinge über die Sprache wissen.

Japanisch zu lernen ist keine leichte Aufgabe. Gerade für Westler, deren Muttersprache im Regelfall kaum Ähnlichkeiten zu Japanisch aufweist. In einer Reihe von Guides werde ich dir beim Einstieg helfen, erkläre dir, worauf du achten musst und welchen Fallen du aus dem Weg gehen solltest.

  • Welche Schriftsysteme nutzt Japan?

    In Japan kommen insgesamt vier verschiedene Schriftsysteme zum Einsatz. Wenn du die Sprache beherrschen willst, musst du alle können.

    • Romaji: Hinter diesem Begriff verstecken sich die bekannten lateinischen Buchstaben. In Japan werden sie hauptsächlich aus Stilgründen verwendet. Etwa in Namen von Restaurants.
    • Hiragana: Mit den Hiragana werden neben dem grammatischen Teil von Verben auch Partikel und ähnliche Satzteile geschrieben.
    • Katakana: Diese Zeichen kommen heutzutage zum Einsatz um Worte zu schreiben, die aus Fremdsprachen in das Japanische übernommen wurden.
    • Kanji: Die aus China übernommenen Zeichen werden genutzt um etwa den Stamm von Verben und Adjektiven zu schreiben. Zudem werden Substantive mit ihnen wiedergegeben.

  • Was sind Hiragana und Katakana?

    Bei Hiragana und Katakana handelt es sich um zwei Silbenschriftsysteme. Die werden häufig auch einfach unter dem Begriff Kana zusammengefasst. Sie bestehen im modernen Japanisch aus jeweils 46 Zeichen. Insgesamt also 92. Bevor du überhaupt damit beginnen kannst, effektiv die japanische Sprache zu lernen, musst du beide beherrschen. Ich bringe sie dir in einem eigenen Artikel bei:

    Lerne alle Hiragana und Katakana

    Dafür werden Hiragana benutzt

    • Furigana: Manchmal wird die Aussprache von Kanji mit kleinen Hiragana über diesen angegeben.
    • Okurigana: Der grammatische Wortteil. Die Hiragana geben beispielsweise die Konjugation eines Verbs oder Adjektivs an.
    • Hilfsverben und Partikel: Auch Hilfsverben wie etwa suru und aru schreibst du mit Hiragana.

    Dafür brauchst du Katakana

    • Kanji-Wörterbücher: In Kanji-Wörterbüchern wird die chinesische On-Lesung meistens in Katakana geschrieben.
    • Fremdwörter: Im Japanischen gibt es viele Worte, die aus anderen Sprachen übernommen wurden. Diese schreibt man mit Katakana.
    • Ausländische Namen: Namen von Ausländern werden im Regelfall ebenfalls mit Katakana geschrieben.

    Beide Zeichensätze werden benötigt, um Japanisch lesen und schreiben zu können. Die berüchtigten Kanji lassen sich stets auch mit Kana schreiben. Außerdem werden sie verwendet, um Partikel und Wortendungen darzustellen. Zudem wird jedes vernünftige Lehrbuch bereits zu Beginn Kana verwenden, um japanische Texte zu darzustellen und auch, um dir Vokabeln beizubringen.

  • Ab wann sollte man Kanji lernen?

    Wenn du Kana kannst, solltest du auch direkt damit beginnen die Kanji zu lernen. Bei denen handelt es sich um das logografische Schriftsystem, das von China übernommen wurde. Jedes einzelne Zeichen hat seine eigene Bedeutung und kann zudem viele verschiedene Aussprachen besitzen.

    Du solltest nicht anfangen jedes Kanji mit seinen teilweise mehr als zehn verschiedenen Lesungen zu lernen. Das frustriert, hält dich auf und ist zudem überaus sinnlos. Viel eher lohnt es sich, die Kanji über die Methode von Heisig zu lernen, bei der du dich auf die geläufigste Lesung konzentrierst.

    Weiter ist es sinnvoll, Kanji nicht komplett für sich alleine stehend zu lernen, sondern zusammen mit Vokabeln, in denen sie vorkommen. Auf diese Art und Weise bekommst du direkt etwaige weitere Lesarten mit, die nur in bestimmten Worten vorkommen.

  • Wie lange dauert es, Japanisch zu lernen?

    Mit dem Vorhaben die Sprache wirklich zu beherrschen, wirst du mehrere Jahre beschäftigt sein. Wie schnell du Fortschritte machst, wird jedoch schwanken. Gerade grundlegendes Japanisch lässt sich sehr schnell erlernen. Sobald du jedoch komplexerer Grammatik begegnest, wirst du wahrscheinlich langsamer vorankommen.

    Im folgenden gebe ich dir eine grobe Übersicht, wie lange es dauern kann, die verschiedenen Stufen zu erreichen. Bedenke aber, dass die benötigte Zeit je nach Person und Lernstil stark schwanken kann. Denn sie ist von vielen Faktoren abhängig. Unter anderem natürlich davon, wie viel Zeit du jeden Tag zum Lernen findest.

    • Hiragana und Katakana: Die beiden Schriftsätze kannst du innerhalb von ein bis zwei Wochen lernen und verinnerlichen. Bevor du diese Grundlage gemeistert hast, lohnt es sich auch nicht, mit Vokabeln oder Grammatik zu beginnen.
    • Begegnungssprache: Einfache Grammatik und Vokabeln, etwa um dich vorzustellen oder nach dem Weg zu fragen, kannst du bereits innerhalb von ein bis zwei Monaten erlernen.
    • Einfache Konversation: Wenn du schnell bist, kannst du nach sechs Monaten einfache Konversationen führen. Dir werden dann aber noch sehr viele Vokabeln und grammatische Strukturen fehlen. Entsprechend wirst du viele Dinge umschreiben müssen. Entsprechend wird es dann auch noch schwer sein, Japaner zu verstehen.
    • Muttersprach-Niveau: Das Level eines japanischen Muttersprachlers zu erreichen, wird mehrere Jahre dauern. Viele erreichen es nie, können sich aber dennoch fließend auf Japanisch unterhalten.
    • Kanji: Mit dem Lernen der chinesischen Schriftzeichen kannst du bis an das Ende deines Lebens beschäftigt sein. Allerdings musst du bei weitem nicht alle kennen. Selbst Japaner kennen nicht absolut jedes Zeichen.

  • Welche Apps eignen sich zum Japanisch lernen?

    Apps um die Sprache zu lernen gibt es wie Sand am Meer. Doch nicht jede ist gut und sinnvoll. In einem separaten Artikel stelle ich dir einige der nützlichsten Programme vor, mit denen du effektiv Japanisch lernen kannst:

    Die besten Lernapps für Japanisch

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