Ausbildung zum Ninja: Ninjutsu lernst du bei Japans letzten Meister

Ninja Ausbildung

Wer schon immer einmal die Wege der Ninja lernen wollte, hat jetzt die Chance dazu. Denn der im Jahr 2014 gegründete Japan Ninja Council (JNC) will in Zukunft eine Ausbildung zum Ninja anbieten, die vom letzten Ninja-Meister Japans geführt wird.

Ninjutsu lernen: So wirst du zum Ninja!

Der Kurs nennt sich Nindo, und soll über eine Online-Plattform realisiert werden. Finanziert wird diese über eine Kickstarter-Kampagne, die bereits 1/6 von ihrem Ziel erreicht hat und noch bis Mitte Juli läuft.

Im Kurs trainierst du zunächst wichtige Grundlagen wie etwa einen klaren Kopf, Geduld und physische Fitness, bevor du damit beginnst, die eigentlichen Ninja-Techniken zu lernen. Dazu zählen dann Dinge wie unerkannt Informationen sammeln, aber auch deine Familie oder deine Nation zu beschützen.

Wenn du bereits jetzt die Techniken erlernen willst, kannst du einen Blick auf den Youtube-Kanal des Japan Ninja Council werfen. Dort werden seit Februar 2020 Videos hochgeladen, in denen die Vorgehensweise der Ninja im Detail gezeigt und beschrieben wird.

Hier klicken, um den Inhalt von www.youtube-nocookie.com anzuzeigen

Kampfkünste spielen eine untergeordnete Rolle: Der Japan Ninja Council erklärt, dass das Erlernen von Kampfkünsten kein elementarer Aspekt des Unterrichts ist. Das Lernen des Ninjutsu, also der speziellen Ninja-Techniken, steht im Vordergrund. Wer hingegen den Kampf an sich trainieren will, kann dies in einem entsprechenden Dojo tun.

Kurs mit Fokus auf Realismus

Für den JNC ist es wichtig, das historisch korrekte Bild der Ninja wiederzugeben. Denn die Darstellung der Ninja in vielen Filmen, Serien und Videospielen basiert eher auf dem Bild der Ninja, wie es das Kabuki, das japanischen Theater, verbreitete.

Historische Werke als Vorlage: Der Kurs basiert auf Büchern über das Ninjutsu, die echte Ninja-Meister in der Edo-Zeit (1603-1868) verfassten. Darauf basierend unterteilt sich der Kurs in die beiden Hauptfächer Yo-Nin (Intelligenz) und Yin-Nin (Praktische Fähigkeiten).

Die Ränge: Jedes der Hauptfächer ist noch einmal in verschiedene Kyu- und Dan-Level unterteilt. Um offiziell als Ninja-Meister anerkannt zu werden, musst du zunächst die ersten drei Kyu-Level beenden, die als Genin zusammengefasst sind. Danach folgen die ersten drei Dan-Level, auch Chunin genannt. Sobald du das zehnte Dan-Level in beiden Fächern erfolgreich absolvierst, bist du ein offizieller Ninja-Meister.

Ninja-Lizenz: Die einzelnen Kurse werden nach und nach veröffentlicht. Der letzte soll im Dezember 2023 erscheinen. Wer die Ausbildung abschließt, wird eine offizielle Nindo-Lizenz erhalten die bescheinigt, dass du ganz offiziell in den Wegen des Ninjutsu unterrichtet wurdest.

Das kostet die Ninja-Ausbildung

Wer die aktuelle Kickstarter-Kampagne unterstützt, bekommt einen Dankesbrief. Je nach Level gibt es dazu noch ein anderes Kurs-Angebot und etwaige weitere Vorteile. In der folgenden Auflistung kannst du sehen, was du bekommst:

  • 3.000 Yen (etwa 22,40 Euro): 1 Jahr Online-Kurs
  • 10.000 Yen (etwa 74,70 Euro): 1 Jahr Online-Kurs, Nindo Anfänger-Kurs
  • 15.000 Yen (etwa 112,00 Euro): Ninja Trainer Shuriken-Brett
  • 30.000 Yen (etwa 224,00 Euro): Nindo Anfänger-Kurs, Virtuelle Tour
  • 50.000 Yen (etwa 373,40 Euro): Ninja-Kostüm
  • 75.000 Yen (etwa 560,10 Euro): Nindo Anfänger-Kurs, Virtuelle Tour, Ninja-Kostüm
  • 200.000 Yen (etwa 1.493,60 Euro): Nindo Anfänger-Kurs, Ninja-Kostüm, Spezieller Dankesbrief des Ninja-Meisters, Eingravierter Name in der Ninja Akademie in Tokio
  • 500.000 Yen (etwa 3.734 Euro): 1 Jahr Online-Kurs, Nindo Anfänger-Kurs, Echte Ninja-Tour, Ninja-Kostüm, Spezieller Dankesbrief des Ninja-Meisters, Eingravierter Name in der Ninja Akademie in Tokio
  • 1.000.000 Yen (etwa 7.468,00 Euro): Nindo Anfänger-Kurs, Echte Ninja Tour, Ninja-Kostüm, 3 Tage Training in Japan, Spezieller Dankesbrief des Ninja-Meisters, Eingravierter Name in der Ninja Akademie in Tokio

Wer ist der letzte Ninja-Meister?

Der Kurs wird von Jinichi Kawakami, dem Leiter der Koka-ryu Shinobinoden Schule geführt. Kawakami, der mittlerweile 70 Jahre alt ist, wurde bereits seit dem Alter von sechs Jahren in den Wegen der Ninja unterrichtet.

Er ist zudem nicht nur Kurator des “Ninja-Museum von Igaryu” in der Stadt Iga der Präfektur Mie, sondern unterrichtet an der hiesigen Universität zudem am Ninja-Forschungszentrum. Seit 2015 ist er als Berater für den JNC tätig.

Der Japan Ninja Council selbst hingegen ist alles andere als ein Hobbyverein und wurde 2015 von 11 Bürgermeistern und Statthaltern Japans gegründet, um den Ninja-Boom wieder aufleben zu lassen und dadurch auch Touristen anzulocken.

Unterricht für einen Tag

Wenn du keinen vollständigen Kurs besuchen willst, dann gibt es zudem die Möglichkeit einfach einen Tag an einer einzelnen Unterrichtseinheit direkt im “Ninja Information Center Tokyo & Dojo” teilzunehmen, das nur einen Block von dem berühmten Kaminarimon in Asakusa, Tokio entfernt liegt. Also ideal, falls du nur einen kurzen Urlaub in Japan machst.

  • Ninja Experience (40 Minuten, etwa 17 Euro): Du lernst die geheimen Ninja-Handzeichen und den Umgang mit den Shuriken genannten Wurfsternen.
  • Short Nindo Experience (60 Minuten, etwa 60 Euro): Hier dreht sich alles um die leise Fortbewegung sowie Meditationstechniken, während du klassische Ninja-Kleidung wie aus dem Kabuki bekannt trägst.
  • Long Nindo Experience (90 Minuten, etwa 75 Euro): Zusätzlich zu den Techniken der kurzen Nindo-Erfahrung lernst du hier noch den Umgang mit dem Kodachi, einem Kurzschwert. Dazu werden die Schleichtechniken weiter vertieft und dir wird beigebracht, wie du deine Wahrnehmung verbesserst.

Solange das Dojo die Kapazitäten hat, kannst du einfach ohne Reservierung vorbeigehen und mitmachen. Wenn du ganz sichergehen willst, einen Platz zu bekommen, solltest du dich jedoch vorher anmelden.

Mehr als ein Klischee

Gerade im Westen ist das Bild von Japan stark durch Klischees verzerrt. Die Vorstellung von Ninja ist dabei nur einer von vielen Aspekten. In einem Youtube-Video befragte ich einen Japaner, was er von sieben der größten Klischees über das Land hält:

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.