In Japan Steuern zahlen: Alle Infos für Auswanderer

In Japan Steuern zahlen.

Wenn du in Japan als Einwohner gemeldet bist, kommst du nicht darum herum, Steuern zu zahlen. Das ist allerdings wesentlich einfacher als etwa in Deutschland. Ich erkläre dir, was du zahlen musst und vor allem wie du das machst.

Erstmal die gute Nachricht: Wenn du bei einer Firma angestellt bist, musst du dich nicht zwangsläufig mit dem Steuersystem des Landes beschäftigen. Das regelt in diesem Fall deine Firma. Wenn du es jedoch selbst machst, kannst du durchaus noch ein paar Yen sparen.

Die Informationen findest du nicht nur in diesem Artikel, sondern auch in meinem Video auf Youtube:

Außerdem gibt es einige Situationen, in denen du unabhängig davon deine Steuererklärung selbst erledigen musst. Das ist der Fall, wenn du:

Ab wann werden Steuern fällig?

Da sich die in Japan abzuführenden Steuern anhand deines Einkommens im Vorjahr richten, musst du dich im ersten Jahr nach deiner Einreise noch nicht darum kümmern. Erst, ab dem zweiten Jahr im Land werden die Abgaben fällig.

So zahlst du Einkommensteuer in Japan

Im Gegensatz zu Deutschland bist du beim Zahlen der Einkommensteuer nicht auf dich allein gestellt. Denn Japan hilft dir dabei, alles korrekt zu melden und stellt dir einen Steuerberater zur Verfügung. Wenn du alle notwendigen Informationen vorweisen kannst, dauert der gesamte Vorgang vielleicht ungefähr eine Stunde.

Das bedeutet, dass du die Steuern für das Jahr 2022 bis zum 15. März 2023 zahlen musst.

Das musst du mitbringen

Was tun, wenn man kein Japanisch kann? Solltest du des Japanischen nicht mächtig sein, befreit dich das nicht von der Zahlung der Steuern. In diesem Fall solltest du dein Smartphone inklusive einer Wörterbuch-App mitnehmen, um schnell wichtige Begriffe nachschlagen zu können. Einige davon findest du in meiner Liste mit Apps zum Japanisch Lernen.

Wichtige Vokabeln für die Steuern

Im folgenden habe ich dir einige Vokabeln aufgelistet, die für dein Gespräch mit dem Finanzamt sowie dem Steuerberater nützlich sein werden.

Vokabel Aussprache Übersetzung
税金
ぜいきん、Zeikin
Steuern
税務署
ぜいむしょ、Zeimusho
Finanzamt
銀行
ぎんこう、Ginkou
Bank
銀行口座
ぎんこうこうざ、Ginkoukouza
Bankkonto
入金
にゅうきん、Nyuukin
Einkommen
入費
にゅうひ、Nyuuhi
Ausgaben
副収入
ふくしゅうにゅう、Fukushuunyuu
Nebeneinkommen
払う
はらう、harau
bezahlen

So läuft der Vorgang ab

Suche des Finanzamts: Wenn du noch nicht weißt, bei welchem Finanzamt du deine Steuer zahlen musst, dann ist der ganze Vorgang mit etwas Rennerei verbunden. Am besten suchst du zunächst das deiner Wohnung am nächsten gelegene Finanzamt und erklärst dort, dass du Steuern zahlen willst. Sollte ein anderes Amt für dich zuständig sein, werden dir die Angestellten das mitteilen.

Das große Steuerevent: In der Zeit von Februar bis März wird hier, oder in einer ausgeschriebenen Halle in einem anderem Gebäude, eine Art Event abgehalten, bei dem du auftauchst und dein Anliegen mitteilst. Danach musst du nur dem Anweisungen der Angestellten folgen.

Ausfüllen der Steuererklärung: Zunächst wirst du dich mit einem Steuerberater unterhalten, der dir bei deiner Steuererklärung hilft und diese, solltest du deine Unterlagen dabei haben, direkt für dich ausfüllt. Bei einer weiteren Station wird man dir einen Account für das eTax-System anlegen und die Daten direkt übertragen. Schließlich kannst du dich entscheiden, ob die Steuern direkt von einem japanischen Konto abgebucht werden sollen, oder ob du sie bei einer Bank einzahlen willst.

Steuerformular Japan
Wenn du willst, kannst du die Steuerformulare in Japan natürlich auch ganz alleine ausfüllen.

Die Bezahlung: Solltest du dich für letzteres entscheiden, erhätlst du einen Überweisungsschein. Auf dem trägst du deinen Namen und Adresse ein und gehst dann zusammen mit dem notwendigen Betrag zu einer Bank oder Post. Hier zahlst du deine Steuern schließlich und erhälst dafür auch eine Quittung, die du gut aufheben solltest.

Geht das auch online?

Um das erste Mal Steuern zu zahlen, musst du zwangsläufig in Person erscheinen. Während des Vorgangs erstellt dir das Steuerbüro einen Account für das eTax-System Japans. Ab deinem dritten Jahr in Japan kannst du deine Einkommensteuer dementsprechend auch ganz einfach am PC von Zuhause aus erledigen.

Wie viel musst du zahlen?

Wie viel du letztendlich von deinen Einnahmen abführen musst, hängt von deren Höhe ab. Je mehr du verdienst, umso mehr Steuern musst du zahlen. Es gibt insgesamt sieben verschiedene Stufen.

Jahreseinkommen Steuern
Unter 1,95 Millionen Yen
(etwa 15.000 Euro)
5 Prozent
1,95 bis 3,3 Millionen Yen
(etwa 15.000 bis 25.000 Euro)
10 Prozent deines versteuerbaren Einkommens
abzüglich 97.500 Yen (etwa 800 Euro)
3,3 bis 6,95 Millionen Yen
(etwa 25.000 bis 55.000 Euro)
20 Prozent deines versteuerbaren Einkommens
abzüglich 427.500 Yen (etwa 3.500 Euro)
6,95 bis 9 Millionen Yen
(etwa 55.000 bis 70.000 Euro)
23 Prozent deines versteuerbaren Einkommens
abzüglich 636.000 Yen (etwa 5.000 Euro)
9 bis 18 Millionen Yen
(etwa 70.000 bis 140.000 Euro)
33 Prozent deines versteuerbaren Einkommens
abzüglich 1.536.000 Yen (etwa 12.000 Euro)
19 bis 40 Millionen Yen
(etwa 140.000 bis 310.000 Euro)
40 Prozent deines versteuerbaren Einkommens
abzüglich 2.796.000 Yen (etwa 21.500 Euro)
Mehr als 40 Millionen Yen
(etwa 310.000 Euro)
45 Prozent deines versteuerbaren Einkommens
abzüglich 4.796.000 Yen (etwa 37.000 Euro)

Es gibt eine Einwohnersteuer

Abseits der Einkommensteuer gibt es noch zwei weitere Steuern. Eine Präfektursteuer sowie eine Gemeindesteuer. Beide sind für alle Einwohner des Landes komplett unabhängig von ihrem Einkommen identisch.

Ob du diese Steuer zahlen musst, wird am 1. Januar des  jeweiligen Jahres festgelegt. Ziehst du etwa erst am 1. Februar nach Japan, so musst du diese Steuern für das laufende Jahr nicht zahlen.

Außerdem entfallen sie, wenn du für eine Regierungsinstitution tätig bist. Das ist etwa der Fall, wenn du als ALT (Assistant Language Teacher) tätig bist und von einer Stadt direkt angestellt wirst.

Du wirst nicht doppelt besteuert

Wenn du aus Deutschland ausgewandert bist und sich dein Hauptwohnsitz in Japan befindet, bist du in Deutschland im Regelfall nicht mehr steuerpflichtig. Allerdings gibt es Situationen, in denen du dennoch Steuern in Deutschland zahlen musst. Solltest du etwa Geld von der VGWort bekommen, so ziehen diese die Einkommensteuer im Regelfall automatisch ab.

Wenn das der Fall ist, musst du diese Steuern in Japan nicht noch einmal zahlen. Denn Deutschland hat mit Japan eine Vereinbarung zur Vermeidung der Doppelbesteuerung getroffen. Wenn du die gezahlten Steuern nachweisen kannst, so werden sie in Japan nicht noch einmal erhoben.

Das passiert, wenn du nicht zahlst

Solltest du nicht von dir selbst aus anfangen Steuern zu zahlen, dann wirst du nicht sofort aus dem Land geworfen. Stattdessen wird dich das Finanz- oder Immigrationsamt kontaktieren und dir äußerst höflich mitteilen, dass es gut wäre, wenn du anfängen würdest, deine Steuern abzuführen.

Selbstverständlich bist du aber auf jeden Fall besser damit beraten, selbstständig aktiv zu werden, um deine Steuern zu zahlen. Es kann sich durchaus zu deinem Vorteil auswirken, wenn du die entsprechenden Nachweise bei einem Antrag auf eine Visumsverlängerung direkt vorlegen kannst.

6 Kommentare zu „In Japan Steuern zahlen: Alle Infos für Auswanderer“

  1. Ich versuche gerade herauszufinden, wie Verkauf von Aktien versteuert wird.
    In Deutschland macht das meine Bank direkt und verrechnet es mit deutschen Freibeträgen. Zählt dies dann zur Verhinderung von Doppelbesteuerung? Oder muss ich alle Transaktionen nochmal in Japan melden? (Bzw. Nicht, wenn es unter 200.000 JPY im Jahr (Gewinn) ist?

    1. Vorneweg: Ich bin kein Steuerexperte und hab mich auch nur eingelesen. Mit dem Aktienmarkt an sich kenn ich mich auch nicht aus. Zudem ist das auch von deiner persönlichen Situation abhängig.

      Was ich erstmal rausfinden konnte bisher: Wenn du ein Einwohner Japans bist und Einkommen aus Aktien erhälst, dann musst du eine Steuererklärung abgeben.

      Ich nehme mal an, dass Japan das ähnlich wie meine VGWort-Marken handhaben würde. Wenn du den Nachweis erbringen kannst, dass deine Bank das direkt versteuert hat, werden sie es in Japan nicht noch einmal versteuern.

      Die Verhinderung der Doppelbesteuerung sollte auf sämtliche deiner Einnahmen zutreffen. Was ich mir im schlimmsten Fall vorstellen könnte wäre, dass Japan darauf besteht, dass du die Steuern in Japan zahlst. Dann sollte es aber möglich sein, dass du dir die Steuer von Deutschland zurückholen kannst, unter Angabe des Gesetzes und allen Nachweisen, dass du keinen Wohnsitz in Deutschland hast.

      Kann mir vorstellen, dass sowas ein wenig davon abhängig ist, wie hoch deine Einnahmen sind und an was für einen Bearbeiter du gerätst.

      Um es ganz genau zu erfahren, müsstest du wahrscheinlich in Japan direkt nachfragen. Dafür kannst du auch warten, bis das Einkommenssteuer-Event stattfindet. Dort kann man auch hingehen, um sich einfach nur beraten zu lassen.

      Wenn du das erledigt hast, wär ich wirklich sehr daran interessiert, aus erster Hand zu erfahren, wie das abläuft.

  2. Wow vielen Dank für den Artikel, der ist echt klasse! Mein Freund und ich möchten nach Japan auswandern. Bist du auch nach Japan ausgewandert? Wenn ja würde ich mich über ein paar Tipps riesig freuen! Wie ist das eigentlich, wenn man in Japan lebt und für eine Firma online tätig ist, die woanders lokalisiert ist (zB Hongkong)?

    Liebe Grüße Christin

    1. Bitte, bitte! Ja, ich bin ausgewandert. Auf meinem Youtube-Kanal rede ich ein wenig mehr darüber. Oftmals komm ich nicht direkt dazu, jedes Video als Artikel umzusetzen oder andersrum. Ü

      https://www.youtube.com/c/Kawaraban

      Gerade speziell zum Thema auswandern hatte ich auch ein Video inklusive Artikel mit einigen Tipps gemacht:
      https://youtu.be/EgKWCZ1UU4o
      https://kawaraban.de/nach-japan-auswandern/

      Für eine Firma in einem anderen Land tätig sein ist da in der heutigen Zeit nicht so besonders, wir man es sich vielleicht vorstellt. Es ist letzten Endes Home Office, wie es heutzutage die meisten kennen werden. Ü Im Regelfall nur mit weniger Meetings. Kann nur manchmal ein wenig stressig sein, weil ich doch schon häufiger nochmal aktiv werden muss, wenn ich aufgrund der Zeitverschiebung eigentlich schon Feierabend hab und plötzlich kommt noch eine Anfrage rein.

      Gruß,

      Mathias!

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