Yakuza: Seegurken im Fadenkreuz der japanischen Mafia

Yakuza Seegurken Japan

Das organisierte Verbrechen in Japan hat seit 2018 eine neue Einkommensquelle gefunden: Seegurken. Seit etwa 2017 trifft die japanische Küstenwache häufig spät in der Nacht Boote, die das Weite suchen, sobald sich die Gesetzeshüter nähern. Hinter diesen Ereignisse stecken die Yakuza – die japanische Mafia.

Was machen die Yakuza auf dem Meer?

Die Mafiosi machen sich gezielt auf die Suche nach Seegurken und fangen sie. Grund dafür ist der hohe Preis. Der Verkauf der Tiere bringt in China so viel Geld ein, dass er zu einer der größten Umsatzquellen für die Yakuza wurde und für sie etwa genauso wichtig ist, wie der Handel mit Amphetaminen. Im Land der Mitte zahlt man bis zu 80 Euro für ein Kilo Seegurken.

Der Handel mit Seegurken wurde zudem sehr lange Zeit nicht reguliert und nach wie vor sind die Gesetze in diesem Bereich durchaus lasch, verglichen mit anderen Meeresfrüchten. Beim Export von roten Thunfisch zum Beispiel, muss vor dem Export dessen Herkunft bestätigt werden. Entsprechende Maßnahmen auch für Seegurken einzuführen, ist erst seit 2018 im Gespräch.

Wieso ist das ein Problem?

Da Seegurken in China als Delikatesse gelten, wurden sie überfischt und gelten seit 2018 als eine bedrohte Tierart. Das schadet vor allem dem Ökosystem, da die possierlichen Meeresbewohner auch das Wasser sauberhalten.

In Gebieten, in denen die Seegurkenpopulation stark nachließ, wurde das Wasser dreckiger. In Korallenriffen wirken sie zudem der Säuerung entgegen. Ihre Überfischung in diesen Gebieten sorgt dafür, dass Korallenbleiche zu einem noch größeren Problem wird.

Eine frisch gefangene Seegurke in der Hand
Eine niedliche Seegurke - Foto von Kindel Media bei Pexels

Festnahmen wegen Seegurken-Wilderei

Es gab bereits Festnahmen im Zusammenhang mit der illegalen Fischerei. 2017 wurde ein Boss der Yamaguchi-Gruppe, eine der größten Verbrecherorganisationen weltweit, wegen des Besitzes von 60 Tonnen Seegurken im Wert von etwa 765.000 Euro verklagt.

Ein weiterer Fall ereignete sich im August 2020, als die Polizei insgesamt zehn verdächtige Personen aufgriff, die in der Stadt Omu offenbar Seegurken fingen. Obwohl die Gesetzeshüter zu dieser Zeit keines der Meerestiere im Boot der Gruppe fand, untersuchten sie den Fall weiter und konnten die Verdächtigen ebenfalls mit der Yamaguchi-Gruppe in Verbindung bringen und im März 2021 verhaften.

Die Strafen fielen lange Zeit sehr milde aus. Die Wilderer konnten im schlimmsten Fall mit sechs Monaten Gefängnis sowie einer Zahlung von maximal 15.000 Euro rechnen. Erst seit 2021 wird stärker gegen den illegalen Fang vorgegangen. In Aomori wird die Zuwiederhandlung mittlerweile mit bis zu 230.000 Euro bestraft.

Der Trend breitet sich aus

Mittlerweile sind scheinbar nicht nur die Yakuza auf den Geschmack gekommen, sondern auch herkömmliche Wald- und Wiesenverbrecher. Am 8. Juli 2021 konnte die Polizei von Hokkaido einen recht außergewöhnlichen Raub verhindern. Darüber berichtet der japanische Nachrichtensender HTB:

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Die Gesetzeshüter gingen einem Tipp nach und konnten ein Boot mit insgesamt elf Personen aufgreifen, die ganze 688,3 Kilogramm Seegurken im Wert von knapp 17.000 Euro an Bord hatten. Bei den Verbrechern soll es sich allerdings nicht um Mitglieder der japanischen Mafia handeln, sondern um einfache Bürger.

Die Ermittlungen in diesem Fall sind noch nicht abgeschlossen. Es ist also durchaus möglich, dass noch eine Verbindung zu dem organisierten Verbrechen Japans hergestellt werden kann.

Das Ansehen der Yakuza

Die Yakuza werden häufig durch Medien wie Filme und Spiele romantisiert, da sie sich in in Japan auch für die Öffentlichkeit einsetzen. So helfen sie häufig nach Naturkatastrophen und gehen gegen andere Verbrecher in ihrem Gebiet vor. Bandenkriege und der Einsatz von Gewalt ließen sie jedoch im Ansehen der Öffentlichkeit wieder sinken.

Seit 2011 verlieren sie zudem immer mehr Mitglieder. Grund dafür sind eine Reihe von Gesetzen, die etwa eine geschäftliche Zusammenarbeit mit den Yakuza verbieten. Zudem werden ihre Finanzen überwacht und Banken sind dazu verpflichtet, die Konten von Mitgliedern der Organisationen einzufrieren.

In Videospielen werden die Verbrecher und die japanische Gesellschaft vor allem in der beliebten Yakuza-Reihe beleuchtet. Ein weiteres Spin-Off zu dieser namens Lost Judgement, wurde erst 2021 angekündigt. In dem übernimmst du die Rolle eines Privatdetektivs, der in der Welt der Yakuza ermittelt.

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