In Japan gibt es keine Heizung! Leben bei 4 Grad im Zimmer!

Kalte Wohnung in Japan

Der Winter in Japan kann verdammt kalt werden. Was vor allem daran liegt, dass die Wohnungen hier keine Heizung haben wie in Deutschland. Ein halbes Jahr lang habe ich auf die sonst üblichen Methoden verzichtet, zu heizen. Denn die haben ein gewaltiges Problem.

Der Winter Japans ist an sich gar nicht so anders wie der in Europa, gerade im Raum Deutschland, Österreich und Schweiz. Nur, dass die Temperaturen je nach Region nicht ganz so streng werden und entsprechend nicht im gesamten Land Schnee liegen bleibt.

Meine Eindrücke von dem Leben ohne Heizung kannst du dir in meinem Video auf Youtube ansehen.

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Wie heizt man in Japan?

Die typischen aus Europa bekannten Heizungen wirst du hier allerdings so gut wie gar nicht finden. Weniger als 1 Prozent aller Haushalte in Japan sollen mit denen ausgestattet sein. Das bedeutet jedoch nicht, dass du im Winter zwangsläufig in einer kalten Wohnung leben musst.

In Japan gibt es andere Methoden zu heizen. Da die Sommer hier sehr heiß sind, sind die meisten Wohnungen etwa mit Klimaanlagen ausgestattet. Und die kannst du auch in den Heizmodus schalten. So heize ich in den meisten Fällen selbst. Die Alternativen dzau setzen ebenfalls auf Elektrik. Etwa warme Bodenplatten oder klassische elektrische Heizungen.

Eine zumindest aus den DACH-Ländern eher unbekannte Methode ist zudem der “Kotatsu”, geschrieben mit den Zeichen für “Fackel” und “Fußwärmer”. Dabei handelt es sich um einen Tisch mit eingebauter Heizung, der mit einer Decke zugedeckt wird. In der Vergangenheit nutzte man Kohle zum erwärmen, heutzutage passiert das auch hier elektrisch.

Ich friere der Umwelt zuliebe!

All diese Methoden zu heizen sind allerdings nicht sonderlich effektiv. Denn das größte Problem ist, dass ein großer Teil der Wohnungen in Japan nicht isoliert ist. Dinge wie etwa doppelte Fensterscheiben wirst du maximal bei sehr modernen Bauten sehen. Meistens begrüßt dich jedoch die wohl ineffektivste Isolation, die du dir vorstellen kannst: Eine einzelne Glasscheibe mit Metallrahmen.

Das treibt die Heizkosten in den kalten Monaten natürlich nach oben. Entsprechend entschied ich mich dazu, mal einen Winter auf den Einsatz zu verzichten. Und bei der Erledigung der jährlichen Steuererklärung konnte ich so direkt sehen, wie viel Geld ich dadurch gespart habe.

Im Januar 2021, als ich die Klimaanlage noch nutzte, kamen meine Stromkosten auf etwa 100 Euro. Ähnlich sah es in den Sommermonaten aus, in denen ich die ebenfalls einsetzte. Im November, in dem ich dann komplett darauf verzichtete, halbierten sie sich hingegen direkt auf 50 Euro.

Zimmertemperatur in Japan im Winter
Die japanischen Winter sind kalt. Und heizen ist schwer.

Wie hab ich das ausgehalten?

Wirklich empfehlen kann ich das jedoch nicht. Denn aufgrund der nicht isolierten Wohnungen, merkst du den Winter so direkt am eigenen Leib. Es ist nicht ganz so kalt wie draußen, dennoch lebte ich in dieser Zeit durchgängig bei zwischen 4 bis 13 Grad. Elektronische Geräte wie der PC, die ich stets sehr lange nutze und im Regelfall auch dafür bekannt sind, recht warm zu werden, hatten so gut wie keine Auswirkungen auf die Temperatur.

Entsprechend saß ich die ganze Zeit nicht nur mit dem Pullover da, sondern auch einer dicken Jacke. Ein steter Zufluss an warmen Tee brachte weitere Erwärmung. Und abends ging es immer in ein schön warmes Bad. Doch gerade letzteres ist nicht gerade ganz ungefährlich und man sollte weder beim hineingehen in das Bad, noch beim Verlassen zu schnell sein. Denn:

Der Tod ist ein realistisches Risiko

Weil durch die Heizmethoden jedoch häufig nur einzelne Räume beheizt werden, gibt es in japanischen Wohnungen nicht selten starke Temperaturunterschiede zwischen einzelnen Zimmern. Dann ist es im Wohnzimmer möglicherweise warm, im Schlafzimmer jedoch kalt. Gerade beim Baden wird das ein Problem. Und das sorgt für Todesfälle.

Jedes Jahr sollen etwa 19.000 Einwohner Japans an einem Hitzeschock sterben. Davon sind jedoch vorrangig ältere Menschen betroffen. Ab 45 Jahren steigt das Risiko extrem. Einen weiteren Sprung gibt es bei 65 und 80 Jahren. Die Weather Association gibt deswegen seit 2018 gar Hitzeschock-Vorwarnungen raus, die das derzeitige Risiko einschätzen.

Die Alternative: Solarstrom

Natürlich gibt es eine Alternative zum Frieren. Oder Respektive Schwitzen im Sommer. Denn in Japan gibt es starke Bemühungen, immer mehr auf Solarenergie zu setzen. Doch wie gut funktioniert das für den Privatanwender, der gar nur in einer Mietwohnung lebt?

Um das herauszufinden hab ich mit einen tragbaren Solargenerator gekauft und nachgesehen, wie viel meiner Elektronik ich bei den im Vergleich zu Deutschland wesentlich längeren Sonnenzeiten in Japan betreiben kann. Meine Ergebnisse findest du im folgenden Artikel:

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