Drei Affen: Japans wohl berühmtestes Sprichwort

Drei Affen

“Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen.” Ein berühmtes Sprichtwort, das seinen Ursprung in Japan hat! Aber wieso wird es mit drei Affen dargestellt? Und was bedeutet es überhaupt? Das erkläre ich dir hier alles!

Das bedeutet das Sprichwort der drei Affen

Keine eindeutige Bedeutung: Das Sprichwort wird je nach Kulturbereich oder Anwendungsgebiet anders ausgelegt. Die Bedeutung reicht dabei vom Positiven bis hin zum Negativen. Am verbreitesten sind die folgenden drei Interpretationen:

  • Buddhismus: Du solltest keine bösen Gedanken hegen.
  • Im Westen: Ignorant sein und das Schlechte nicht wahrhaben wollen.
  • Gangs und korrupte Firmen: Ein Schweigegelübde. Du solltest nichts über die Machenschaften ausplaudern.

Wieso ausgerechnet Affen? Dass es sich hierbei ausgerechnet um Affen handelt, hat einen Grund. Denn im Japanischen lautat das Sprichwort “Mizaru, Kikazaru, Iwazaru”. Es besteht also nur aus den Namen der drei Affen! Aber jeder dieser “Namen” ist in Wirklichkeit ein Verb mit der alten Verneinung ざる (zaru), die sehr ähnlich klingt wie さる (saru), das japanische Wort für Affe.

Die Namen der Affen

Das Sprichwort wird immer mit drei Affen dargestellt und jeder von ihnen hat einen Namen.

  • Mizaru: Sieht nichts Böses, während er seine Augen bedeckt
  • Kikazaru: Hört nichts Böses, während er die Ohren bedeckt
  • Iwazaru: Sagt nichts Böses, während er sich den Mund zuhält

Alternative Namen: Kikazaru kennst wo womöglich unter dem Namen Mikazaru und Iwazaru wird im Westen manchmal auch Mazaru genannt. Diese Namen sind aufgrund einer fehlerhaften Überlieferung entstanden.

Variationen des Sprichworts

Der mysteriöse vierte Affe: Manchmal gibt es noch einen vierten Affen. Der hört auf den Namen Shizaru und bedeutet so viel wie “Tu nichts böses.” Er wird entweder mit verschränkten Armen dargestellt, oder nutzt seine Hände, um seine Genitalien zu bedecken. Zudem gibt es eine Variation, wo er sich die Nase zuhält, was so viel bedeutet wie “nichts Böses riechen”.

Die gegenteilige Version: Zudem gibt es eine Variante, wo jeder Affe das genaue Gegenteil macht. Mizaru nutzt seine Hände, um seinen Blick zu fokussieren. Kikazaru umfasst seine Ohren, um besser Hören zu können und Iwazaru nutzt sie als eine Art Megaphon.

Wo kommt das Sprichwort her?

Ursprung der Philosophie: Es wird vermutet, dass der zugrunde liegende Gedanke aus einer Legende aus dem 8. Jahrhundert in China stammt. Die Affen sollen demnach die Dogmen der Mittelschule der Tendai-Sekte des Buddhismus abbilden.

So wurden sie berühmt: Auch wenn das Sprichwort selbst bereits älter ist, wurde es erst im 17. Jahrhundert dank einer Gravur berühmt, die über dem Eingang des Toushou-Gu Schreins in Nikkou zu finden ist. Die wurde von Hidari Jingoro angefertigt und soll die Affen nutzen, um den Lebenyzyklus des Menschen zu beschreiben. Die drei berühmten Affen tauchen auf der zweiten von insgesamt neun Platten auf. die du oben im Teaserbild des Artikels siehst.

Die Affen in der Pop-Kultur

Kampf gegen die Affen: Die Affen tauchen auch in der Popkultur auf. Im Videospiel Sekiro  etwa gibt es einen Kampf gegen sie. In dem Rennen sie immer vor dir davon und du musst eine Taktik finden, um jeden zu erledigen. Dabei tauchen gar alle vier auf, obwohl der letzte Affe, Shizaru, unsichtbar ist. Eine bewusste Entscheidung, da er im Sprichwort oft vergessen wird.

Berühmte Bräuche aus Japan

Das Sprichwort der drei Affen ist nicht die einzige berühmte Sache aus Japan, die es in den Westen geschafft hat. Ebenfalls interessant ist der Brauch des Sangaku: Eine Reihe uralter Mathematik-Rätsel, die in Verbindung mit den Tempeln Japans stehen. Mehr dazu erfährst du im folgenden Artikel:

Profilbild von Mathias Dietrich

Ich bin der Betreiber von Kawaraban und beschäftige mich seit 2007 mit Japan und seiner Sprache.

Ich habe einen Bachelor of Arts in Japanologie erworben und ein Austauschstudium an der Senshu-Universität absolviert.

Seit 2018 lebe ich in Japan und berichte über das Land und mein Leben hier.

Eines meiner Ziele ist es, zukünftigen Generationen bessere Erklärungen zur Sprache zu bieten, als ich sie zur Verfügung hatte.

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