Hello Kitty trifft Death Metal: Aggretsuko zeigt dir, wie Japan tickt!

Aggretsuko Teaser

Aggretsuko, oder Aggressive Retsuko wie es in Japan heißt, stammt von den Machern, die uns zuvor bereits Hello Kitty bescherten. Wenn du jetzt allerdings eine süße Serie für kleine Kinder erwartest, dann irrst du. Denn Aggretsuko feuert dir Death Metal um die Ohren und gibt dir parallel dazu einen Einblick, wie der Alltag in Japan abläuft!

Japanischer Alltag

Aggretsuko folgt dem Alltag eines anthromorphen Katzenbärens namens Retsuko, die in der Buchführung einer typischen Firma arbeitet und mit zahlreichen Problemen der Gesellschaft konfrontiert wird. Begonnen bei Dingen wie dem harten Arbeitsalltag, bis hin zu exotischeren Bereichen wie etwa dem Idol-Leben. All das wird aber sehr humoristisch aufgearbeitet.

Allerdings solltest du nicht den Fehler machen und die Darstellung als akkurate Repräsentation von Japan betrachten. Die Serie spiegelt ein klassisches Bild von Japan wieder, was die Charaktere selbst auch erwähnen. Sie erklären mehr als einmal, dass ihre Firma durchaus altmodisch organisiert ist.

Im echten Leben gibt es natürlich auch noch nach wie vor derartige Firmen, dennoch lässt sich auch in Japan ein gewisser Wandel der Arbeitskultur feststellen. Der passiert jedoch bekanntermaßen nicht von heute auf morgen. Dass nicht alles dem selben Muster folgt, zeigt Aggretsuko etwa in Form von Charakteren wie Puko, die ein eher legeres Leben führt und sich einfach treiben lässt.

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Gesellschaftskritik mit Death Metal

Dabei schreckt die Serie auch nicht vor harten Themen zurück. Begonnen bei Chauvinismus, über Machtmissbrauch durch Vorgesetzte bis hin zu Stalking werden Probleme behandelt, die in der japanischen Gesellschaft auftauchen.

Jetzt fragst du dich wahrscheinlich, wie hier Death Metal reinpasst. Ganz einfach: Retsuko selbst ist ein großer Death Metal Fan und am Ende des Tages lässt sie ihren Frust beim Karaoke raus. Zu entsprechend harten Tönen beschwert sie sich hier über ihr Leben und den Zustand der Gesellschaft.

Was in der Serie entsprechend humoristisch dargestellt wird, gibt jedoch ebenfalls weitere Einblicke in die Kultur des Landes. Denn es zeigt, dass nicht jeder mit dem Status Quo zufrieden ist und sich Änderungen wünscht. Ein Aspekt, der bei der Berichterstattung über Japan viel zu selten erwähnt wird.

Wie realistisch ist Aggretsuko?

Beim Ansehen der Serie wirst du dir womöglich denken, dass sämtliche Charaktere nur überzeichnete Klischees sind. Und ja: Manches ist in der Tat ein wenig überspitzt dargestellt. Allerdings gibt es derartige Personen durchaus auch im echten Leben.

Als ich die Serie mit meiner Frau zusammen ansah, erzählte sie mir häufig, wie sie auf ihrer Arbeit in Japan oft mit entsprechenden Personen zu tun hat. Seien es Vorgesetzte, die mehr von ihren Angestellten erwarten, als sie selbst leisten können, oder aber auch junge Mädchen, die ihr Aussehen nutzen um sich auf die gute Seite ihres Chefs zu stellen.

Auch ich selbst machte etwa bereits Erfahrungen mit Frauen, die in einer übertrieben hohen Stimme reden, um “süß” zu wirken. Auch, wenn man diese Art von Menschen eher selten antrifft, ist das kein reine Anime-Klischee.

Für wen lohnt sich die Serie?

An Aggretsuko wirst du vor allem dann deine Freude haben, wenn du dich für das Leben und die Gesellschaft von Japan interessierst. Denn es gibt dir einen ziemlich guten Einblick in den Alltag vieler Japaner.

Die Serie schafft es jedoch nicht, ihr anfänglich sehr hohes Niveau wirklich über alle Staffeln hinweg zu halten. Anfangs sind die Geschehnisse noch sehr lebenstreu und nachvollziehbar, in den späteren Staffeln werden sie hingegen immer abgedrehter.

Darunter leidet auch der Humor. Denn während du dich Anfangs noch sehr gut in die Charaktere einfühlen kannst, wird das später immer schwerer. Denn die Situationen, die die Figuren dann bewältigen, haben dann nur noch wenig mit dem üblichen Leben der meisten Menschen zu tun.

Aggretsuko Firma
Der traditionelle Arbeitsalltag Japans steht im Zentrum von Aggretsuko. (Quelle: Netflix Youtube)

Wo kommt Aggretsuko her?

Retsuko hatte ihren ersten Auftritt in einer Reihe von kurzen Animationen, die zwischen 2016 und 2018 auf dem japanischen Fernsehsender TBS Television ausgestrahlt wurden. Kurz danach machte Aggretsuko den Sprung zu Netflix, wo Stand 2022 bereits vier Staffeln erschienen sind.

Jede einzelne Staffel besteht aus jeweils zehn Episoden. Es wird jedoch eine vollständige, zusammenhängende Geschichte erzählt, in der nicht nur nach und nach neue Charaktere eingeführt werden, sondern sich zudem auch weiterentwickeln. Mittendrin einsteigen empfiehlt sich deshalb nicht.

Anime und der Alltag in Japan

Aggretsuko ist nicht der einzige interessante Anime, den du auf Netflix ansehen kannst. Denn der Streaming-Service hat ein durchaus umfangreiches Angebot. In der Vergangenheit habe ich bereits einige der besten Anime zusammengetragen, die du bei dem Dienst ansehen kannst.

Wenn du hingegen mehr Einblicke in den Alltag des Landes, seine Gesellschaft und Kultur  suchst, dann wirst du hingegen nicht nur auf meiner Webseite selbst fündig, sondern auch auf meinem dazugehörigen Youtube-Kanal!

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