Egal welche Sprache du lernen willst: Der Ablauf ist stets der gleiche. Denn obwohl jede ihre eigene Grammatik, Regeln und auch Besonderheiten hat, gibt es einen festgelegten Weg, der zum Ziel führt - dem aber nur die wenigsten Lerner folgen und kennen. Hier erklär ich dir Schritt für Schritt, wie es geht und welche Apps und Ressourcen dabei helfen!
Wie du jede Sprache lernst
Die Grundlagen hinter der Methode habe ich als Teil meines Japanisch-Sprachkurses erklärt. Den Weg erkläre ich zudem im folgenden Video, das sich vor allem darum dreht, wie man sich zu dieser Methode motivieren kann.
1. Verschaffe dir einen Überblick
Als erstes solltest du dir ansehen, was genau du überhaupt lernen willst. Schaue nach, wie die Sprache aufgebaut ist und welche Besonderheiten es gibt. Einige Frage, die du dir stellen solltest, sind etwa:
- Welche Schrift bzw. Schriften nutzt die Sprache?
- Ist sie stark vom Kontext abhängig, oder eher wenig?
- Gibt es bestimmte Besonderheiten bei der Aussprache?
- Wie stark ist die Sprache mit einer verwandt, die du bereits beherrschst?
Denn so findest du heraus, worauf du beim Lernen achten solltest!
2. Lerne die Schrift
Der zweite Punkt trifft auf all jene Sprachen zu, die keine lateinischen Buchstaben verwenden: Lerne ihre Schrift. Denn obwohl es oftmals möglich ist, die Wörter dennoch in lateinischen Lettern zu umschreiben, so verfälscht das stets ein wenig und kann teils gar zu Verwirrungen bei der Aussprache führen.
3. Verschaffe dir einen Überblick zur Grammatik
Es ist in der Linguistik umstritten, wie groß der Vorteil von Grammatikwissen beim lernen einer Fremdsprache ist. Ein paar Grundlagen können jedoch nicht schaden. Begehe nur nicht den großen Fehler der meisten Lerner, die sich letztendlich mehr in Grammatikregeln vergraben, als im eigentlichen Sprache lernen. Beantworte allen voran folgende Fragen:
- Wo stehen Subjekt, Objekt und Verb im Satz?
- Gibt es Konjugationen und wie funktionieren sie im groben?
- Wie beschreibst du Substantive und Aktionen (Adjektive und Adverbien)?
- Existieren sonstige grammatische Besonderheiten?
Es geht hier darum, dass du eine gewisse Vorstellung davon hast, wie du die Bedeutung von Sätzen in Erfahrung bringen kannst. All das sollte dich aber nicht länger als ein paar Wochen aufhalten.
4. Umgib dich mit der Sprache
Dieser Punkt ist das eigentliche Lernen und womit du die meiste Zeit verbringen wirst, um eine Sprache zu lernen. Es geht hier vor allem darum, ein Verständnis aufzubauen. Denn das ist die Grundlage sämtlicher Kommunikation. Der Vorgang ist recht simpel:
- Suche Bücher, Videos, Podcasts und mehr für Muttersprachler
- Als Anfänger kann es lohnen, mit einfacheren Werken zu Beginnen. Etwa Kinderbüchern.
- Fang an zu lesen / anzusehen / zu hören
- Nutze ein Wörterbuch, um jedes unbekannte Wort nachzuschlagen
- Stelle sicher, dass du jeden Satz als gesamtes verstehst
Apps vereinfachen den Vorgang! Heutzutage musst du nicht mehr jedes Wort händisch nachschlagen. Es gibt spezielle Sprachlern-Apps, die dich Webseiten und Videos ect. in ihnen ansehen und Wortbedeutungen nachschlagen lassen. Der Vorgang reduziert sich damit auf ein einfaches "Wort anklicken". Die zwei besten sind die folgenden:
Wenn du Vokabelkarten unterstützend verwenden willst - was nicht zwingend notwendig ist - dann kannt du mit diesen Apps gar Karten direkt aus dem Kontext heraus erstellen!
Auch hier habe ich im Rahmen meines Japanisch-Kurses erklärt, wie das funktioniert. Da der Ablauf für alle Sprachen gleich ist, kannst du es dir als Beispiel ansehen! Migaku kann sich je nach Sprache zudem besonders lohnen. Denn sie fügen nach und nach Kurse hinzu, die dich von Null bis zu dem Punkt bringen, an dem du mit Muttersprachmaterial weiterlernen kannst.
Wenn du noch mehr Sprachlern-Apps suchst, kannst du zudem auf den folgenden grünen Button klicken, wo ich die besten Vorstelle:
5. Schreiben und Sprechen üben
Schreiben und Sprechen ist etwas, was die meisten Lerner überstürzen wollen. Oft wollen sie direkt damit anfangen. Allerdings musst du vorher genug verstehen können. Klar: Wenn du etwas sagst und die Antwort nicht verstehst, kann kein Gespräch entstehen. Und wenn du nicht weißt, wie Muttersprachler etwas ausdrücken, kannst du es selbst auch nicht tun.
Wann du damit anfangen kannst, ist von Sprache zu Sprache unterschiedlich. Je näher die Fremdsprache mit einer verwandt ist, die du bereits kannst, umso eher kannst du es angehen. Denn umso eher kannst du unbekannte Aufgrund von Sprachähnlichkeiten und dem Kontext erkennen und dadurch auch in einem Gespräch etwas neues lernen. Dann kannst du etwa folgende Plattformen nutzen:
- Google Docs: Hier kannst du Texte schreiben und die Rechtschreib- und Grammatikprüfung nutzen um herauszufinden, ob du an deinen Sätzen noch nachbessern musst. Natürlich gilt aber: Automatismen wie diese sind nicht perfekt.
- HiNative: Eine Austauschplattform, wo Muttersprachler deine Sätze korrigieren. Allerdings muss ich sagen, dass man hier seltener Antworten bekommt, seit neue Nutzer zahlen müssen, bevor sie Fragen stellen dürfen.
- Discord: Suche Kanäle in deiner Zielsprache zu deinen Hobbies, wo du mit Muttersprachlern reden kannst.
Dass es jedoch nicht viel hilft, wenn dir bekannte Sprachen und die zu lernende kaum Ähnlichkeiten aufweisen, stellte ich selbst während meines Austauschstudiums fest. Denn da versuchte ich durch stetiges Reden besser zu werden, wurde aber schnell mit der Realität konfrontiert.
Mehr dazu erklär ich in meinem Video. Lass dich vom Teaserbild nicht abschrecken. Das Video hat auch eine selbst aufgenommene deutsche Tonspur!
6. Dranbleiben!
An diesem Kernablauf musst du letztendlich nur dranbleiben und dem natürlichen Vorgang vertrauen, der dich bereits dazu brachte, dass du dir als Kind deine Muttersprache angeeignet hast. Das klingt einfach, doch viele tappen hier in eine der typischen Fallen wie etwa:
- Methoden-Switching: Sobald man meint, nicht sofort Fortschritte zu sehen, wechseln viele immer wieder die Methode, anstatt dem ganzen genug Zeit zu geben.
- App-Sucht: Eine ganze Reihe Lerner beginnen, mehr Zeit damit zu verbringen, alle möglichen Lernapps auszuprobieren, in der Hoffnung, dass typische Quizzes mit leicht anderer Fragestellung plötzlich einen Durchbruch bringen.
- Ewiger Kurskreislauf: Genauso erhoffen sich viele durch den vierten, fünften oder sechsten Kurs plötzlch einen Durchbruch, obwohl es bei allen davor schon nicht klappte.
Wenn du jedoch wirklich jeden Tag etwa in deiner Fremdsprache liest und hörst, wirst du auf Dauer merken, wie du immer mehr ganz natürlich verstehst, während du gleichzeitig immer weniger Wörter nachschlägst.

Ich bin der Betreiber von Kawaraban und beschäftige mich seit 2007 mit Japan und seiner Sprache.
Ich habe einen Bachelor of Arts in Japanologie erworben und ein Austauschstudium an der Senshu-Universität absolviert.
Seit 2018 lebe ich in Japan und berichte über das Land und mein Leben hier.
Eines meiner Ziele ist es, zukünftigen Generationen bessere Erklärungen zur Sprache zu bieten, als ich sie zur Verfügung hatte.

