Google-Logo mit rotem Pfeil, der zu einem Fragezeichen führt, vor unscharfem Hintergrund eines Smartphones mit Google-Apps

Google Alternativen für alle Dienste: So kehrst du Mail, Drive und Co. den Rücken

Ich muss leider zugeben: Google Dienste sind verdammt bequem. Entsprechend lange brauchte ich selbst, um Alternativen zu finden. Immerhin bietet Google Cloud-Speicher mit Drive, Navigation, eine Suchmaschine, E-Mails, Office-Programme und mehr. Die Dienste sind für alle interessant und die meisten nutzen sie.

Dass ich darüber auf einer Japan-Seite schreibe, hat den Grund, dass viele für Dinge wie Reiseplanung oder auch Sprachen lernen auf sie zurückgreifen. Bereits bei der Reiseplanung werden wohl viele schon Google Maps nutzen.

Doch nicht jeder fühlt sich mit Google wohl. Gerade seit der Ankündigung des Persönlichen Assistenten, der sämtliche eurer Mails, Fotos und weitere Daten ausliest. Glücklicherweise kommt man heutzutage davon weg, ohne auf Komfort zu verzichten. Ich stelle dir hier vor, worauf ich selbst setze!

Der bequemste Weg von Google weg

Proton: Ein Paket wie Google, aber sicher und privat!

Allein mit Proton kannst du den größten Teil von Google komplett hinter dir lassen. Denn was einst als ein sicherer und privater E-Mail-Dienst startete, hat sich im Laufe der Jahre stark weiterentwickelt.

Mittlerweile bietet dir die in der Schweiz ansässige Firma ehemaliger CERN-Wissenschaftler:

  • Google Mail Alternative*: Private-Emails inklusive optionalen und lokalen KI-Assistent
  • Google Drive Alternative*: Als Free-User bekommst du bereits 5GB Speicherplatz und kannst deinen Onlinespeicher mit deinem Smartphone und PC synchronisieren.
  • Google Docs und Sheets Alternative: Über Drive kannst du Texte und Tabellenkalkulationen anlegen.
  • Passwort-Manager*: Lässt dich Passwörter und 2-Factor-Codes speichern und gar temporäre E-Mailadressen anlegen, um deine echte zu verbergen.
  • Kalender
  • Einen VPN*: Sichere deine Verbindung oder täusche vor, dass du dich in einem anderem Land befindest. Ich habe einen Artikel geschrieben, in dem ich dir den VPN genauer erkläre.
  • Google Wallet Alternative

Und all das kostenlos. Das zudem nicht nur am PC, sondern auch mit dazugehörigen Smartpohne-Apps. Du kannst die Dienste jedoch für zusätzliche Funktionen wie mehr Online-Speicher für deine E-Mails und Daten abonnieren. Wenn du alles nutzen willst, lohnt sich das Proton Unlimited Abo mit dem gesamten Paket. Das ist günstiger, als alles einzeln zu bezahlen. Du findest es über den folgenden grünen Button:

Mit den Features von Proton kannst du dafür sorgen, dass du nie wieder Spam bekommst! Dafür nutzt du die temporären Mail-Adressen des Passwort-Managers, die du mit wenigen Klicks anlegen kannst und die deine echte Adresse komplett verbergen. Danach machst du folgendes:

  • Gib jeder Seite und jedem Dienst, bei dem du dich anmeldest, eine eigene temporäre E-Mail-Adresse
  • Wenn du nun siehst, dass Spam an diese Adresse geschickt wird, weißt du sofort, bei wem sie geleakt wurde oder wer sie an dritte verkauft hat.
  • Jetzt kannst du die temporäre E-Mail-Adresse löschen und bist direkt den Spam los!
  • Seiten und Diensten, bei denen auch nach langer Zeit kein Spam kommt, kannst du letztendlich deine echte E-Mail-Adresse geben. Dann aber immer noch mit einem klassischen +-Alias in dieser Form: [Dein Proton-Account]+[Webseitenname]@proton.me

Browser: Alternativen für Google Chrome auf PC und Android

In Sachen Browsern gibt es natürlich zahlreiche Alternativen. Allerdings gibt es einige Probleme: Die meisten basieren dennoch auf Chromium und sind damit von Google abhängig und teils auch noch in deren Systeme integriert. Zudem nutzt manch einer Browser-Plugins, die es nur für Chrome gibt.

Speziell Sprachlernern empfehle ich immer Migaku oder den Asbplayer. Ersteres ist Chrome-exklusiv, bei letzterem hat die Chrome-Version mehr Features als die für Firefox. Dennoch kannst du dich auch hier von Google lösen! Persönlich empfehle ich für den PC zwei Browser:

  • Ungoogled Chromium: Hier bekommst du Chrome, aber komplett ohne Google Anbindung und Dienste. Das bedeutet aber auch, dass du selbst ein wenig basteln musst, wenn du dennoch Plugins aus dem Chrome Store nutzen willst. Und auch um Streaming-Dienste wie Netflix zu nutzen, musst du selbst einige Features nachinstallieren.
  • Librewolf: Das ist eine von der Community entwickelte Version von Firefox, die besonders viel Wert auf Privatsphäre und Sicherheit legt. Sie erklärten auch bereits, dass sie etwaige generative KI-Features, wie sie Mozilla für Firefox ankündigte, entfernen werden. Schon ganz allein aus dem Grund, da diese nicht lokal auf deinem PC laufen und damit problematisch für die Privatsphäre sind.

Auf einem Android-Smartphone wird es hingegen etwas komplizierter. Denn meist viele raten wegen Sicherheitsproblemen davon ab, hier auf Firefox basierende Browser zu nutzen. Dadurch ist die derzeit einzig wirkliche Alternative auch eine, die du nicht alleine installieren kannst:

  • Vanadium: Eine auf Sicherheit und Privatsphäre ausgelegte Variante von Chromium, die von GrapheneOS genutzt wird. Derzeit gibt es das jedoch exklusiv für dieses Android-Betriebssystem und du kannst es nicht einfach auf jedem Smartphone installieren.

Suchmaschinen-Alternative zu Google

Googles Suchmaschine war lange Zeit fast unumgänglich. Doch mittlerweile sind viele Nutzer von ihren Ergebnissen weniger beeindruckt. Nicht selten findet man die besten Ergebnisse erst auf wesentlich weiter unten angezeigten Seiten. Dadurch lohnt ein Umstieg schon rein für bessere Qualität und ist nicht nur eine Frage der Privatsphäre.

Hier eignet sich DuckduckGo am besten. Denn das macht einfach nur seinen Job, ohne irgendwelche Daten von euch zu sammeln oder euch mit ungewollten Features zu nerven.

Wer will, bekommt mit DuckAI auch hier die heutzutage üblichen KI-Übersichten, das Feature lässt sich aber ganz einfach in den Optionen deaktivieren. Persönlich empfehle ich auch, das zu tun. Denn nach wie vor sind KI-Antworten einfach viel zu häufig falsch.

Navigieren ohne Google Maps

Wer sich auch ohne Google an jedem Ort zurechtfinden will, kann auf das OpenStreetMaps-Projekt setzen. Es gibt zahlreiche Apps, mit denen man deren Karten auf dem Smartphone nutzen kann.

Die bequemste, die ich kenne, ist Organic Maps. In dem kannst du die Karten sogar herunterladen und dann auch ohne Internet nutzen. Etwas, das bei Google maximal limitiert über Umwege möglich ist.

Zugegebenermaßen kann selbst das Projekt nicht sämtliche von Googles Features ersetzen. Etwa kann man hier nicht einfach die Preise sämtlicher Hotels in der Umgebung direkt auf der Karte anzeigen lassen und vergleichen. Aber das Projekt wächst immer weiter und jeder kann seinen Teil dazu beitragen, indem man neue Orte einträgt.

Ein sicheres Betriebssystem für dein Handy

Ein Smartphone ohne Google? Das geht! Paradoxerweise ist das beste Gerät dafür jedoch ein Google Pixel. Denn nur für das gibt es GrapheneOS: Ein Android-Betriebssystem, das komplett von Googles Diensten befreit ist, sie aber alternativ in einer Sandbox starten kann.

Das bedeutet: Sie verhalten sich wie alle anderen Apps und haben keine Sonderrechte mehr auf deinem Smartphone. Entsprechend kannst du ihnen sämtliche Berechtigungen entziehen! Und wenn eine Google-App nicht mehr ins Internet kommt, kann sie auch keine Daten übermitteln.

Du kannst es ganz simpel direkt über die Webseite von GrapheneOS installieren. Du musst dich nur durchklicken! Dazu solltest du zudem noch einige Alternative App-Stores installieren. Meine persönlichen Favoriten sind:

  • Droid-ify: Ein komplett alternativer App-Store, der auf OpenSource setzt
  • Aurora Store: Lässt dich den Google Play Store ohne Account nutzen

Ein Nachteil: Es kann sein, dass gerade manche Banking-Apps den Dienst auf der Google-Alternative verweigern. Bei anderen könnten die Funktionen eingeschränkt sein. Google Wallet klappt etwa nicht mit kontaktlosem Bezahlen. 

Ein kleines Problem für Sprachlerner gibt es: Die Standard-Tastatur von GrapheneOS unterstützt nur Sprachen mit lateinischen Buchstaben. Und es ist schwer, eine gute Alternativen zu Google Input für alle anderen zu finden. Ich selbst hatte das Problem etwa bei Japanisch. Allerdings gibt es sie! Die hört auf den Namen Fcitx5 und ist auf Android nur etwas unbekannt.

Du lädst sie einfach bei Android gemeinsam mit einem der Plugins für die Sprachen, die du nutzen willst herunter. Für Japanisch brauchst du etwa Fcitx5 und Fcitx5 (Anthy).

Weg von Google

Mit all diesen Diensten kannst du dich privat sehr gut von Google lösen, ohne dadurch irgendwelche Nachteile zu erfahren. Denn die Alternativen sind oftmals von gleicher, oder gar besserer Qualität.

Alles Wichtige zu den Google-Alternativen

Der Wechsel bietet mehr Privatsphäre und Datenschutz. Zudem sind viele Alternativen mittlerweile qualitativ gleichwertig oder sogar besser als Google-Dienste, besonders bei Suchergebnissen.

Proton bietet ein komplettes Paket mit privaten E-Mails (inkl. lokalem KI-Assistent), Cloud-Speicher, Wallet-Alternative, Passwort-Manager, Tabellenkalkulation, Kalender und VPN.

DuckDuckGo wird empfohlen, da es keine Nutzerdaten sammelt und qualitativ hochwertige Suchergebnisse liefert. Es bietet optional KI-Übersichten (DuckAI), die aber deaktiviert werden können.

Organic Maps, basierend auf dem OpenStreetMaps-Projekt, ist die empfohlene Alternative. Die App ermöglicht das vollständige Herunterladen und Offline-Nutzen von Karten. Einige Features wie Hotelpreisvergleiche fehlen noch, das Projekt entwickelt sich aber stetig weiter.

GrapheneOS ist ein Android-Betriebssystem für Google Pixel-Smartphones, das komplett von Google-Diensten befreit ist. Google-Apps können bei Bedarf in einer Sandbox ohne Sonderrechte ausgeführt werden.

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Profilbild von Mathias Dietrich

Ich bin der Betreiber von Kawaraban und beschäftige mich seit 2007 mit Japan und seiner Sprache.

Ich habe einen Bachelor of Arts in Japanologie erworben und ein Austauschstudium an der Senshu-Universität absolviert.

Seit 2018 lebe ich in Japan und berichte über das Land und mein Leben hier.

Eines meiner Ziele ist es, zukünftigen Generationen bessere Erklärungen zur Sprache zu bieten, als ich sie zur Verfügung hatte.

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