Was zum Geier ist … Hardspace: Shipbreaker?

In Hardspace Shipbreaker nimmst du Raumschiffe bis ins Detail auseinander.

Ich stelle dir eine einfache Frage: Was zum Geier ist eigentlich Hardspace: Shipbreaker? Das Spiel erschien am 17. Juni 2020 im Early-Access auf Steam und macht dich zum Weltraum-Schrottsammler. Ich erkläre dir, was du erwarten kannst und ob es einen Blick wert ist.

Diesen Artikel gibt es auch als Video! Die Text-Version wird bei Bedarf allerdings aktualisiert.

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In Hardspace: Shipbreaker machst du dich auf in die unbekannten weiten des Weltalls, um stillgelegte Schiffe auseinander­zunehmen und wiederzuverwerten. Doof nur, dass deine Arbeitgeber dich mit dem Vertrag mies übers Ohr gehauen haben: Denn anstatt wirklich Geld zu verdienen, bist du jetzt hochverschuldet und musst einen sehr üppigen Kredit abbezahlen.

Wie steht es um die Technik?

Bevor wir uns ins Spiel stürzen, werfen wir zunächst erst einmal einen Blick in das Optionsmenü um herauszufinden, wie viele Einstellungsmöglichkeiten das Spiel uns überhaupt bietet. Das ist besonders wichtig für Leute, die keinen allzuguten PC haben.

Die Einstellungsmöglichkeiten sind allerdings eher spartanisch gehalten. Im Grafikmenü kannst du so nur die Auflösung sowie eine allgemeine Texturqualität festlegen. Dazu gibt es noch einen Schalter für V-Sync sowie eine Auswahl, welchen Fenstermodus (Vollbild, Fenster, Rahmenloses Fenster) du benutzen willst.

Das Steuerungsmenü ist ähnlich trist und erlaubt keine freie Belegung der Tasten. Ausschließlich die Sensitivität von Maus und Controller kannst du hier einstellen, sowie wahlweise die X- oder Y-Achse invertieren und bei Bedarf auf ein französisches AZERTY-Keyboard-Layout umschalten.

In Version 0.10 hatte ich zudem noch Probleme mit dem Benutzerinterface. Bei einer Auflösung von 2560×1440 sind die einzelnen Kästen nicht korrekt angeordnet und überlappen sich.

Schrottsammler-Alltag

Das Spiel dreht sich darum, alle möglichen Schiffe mit Greifhaken und Schneidwerkzeug auseinanderzunehmen, um deine Schulden abzubezahlen. Dafür musst du aber wohlüberlegt vorgehen und kannst nicht einfach wahllos Teile aus den Wracks schneiden.

Wenn du zum Beispiel den Schiffeingang einfach aufschneiden willst, dann wirst du mit rasanten Druckabfall und einer Explosion begrüßt, durch die dir möglicherweise Schrottteile direkt ins Gesicht fliegen. Das endet dann nicht selten im virtuellen Ableben. Die Wiederbelebung wird dir zudem direkt in Rechnung gestellt und setzt deinen Spielfortschritt damit ein wenig zurück.

Einmal nicht aufgepasst, schon explodiert ein Teil des Schiffs! Die umherfliegenden Trümmer sind gefährlich.
Einmal nicht aufgepasst, schon explodiert ein Teil des Schiffs! Die umherfliegenden Trümmer sind gefährlich.

Entsprechene Gefahrenquellen gibt es zahlreiche. Um die zu erkennen, hilft dir ein Scanner weiter, der dir nicht nur zertrennbare Streben anzeigen kann, sondern auch die diversen Einzelteile der Schiffe. Potenziell gefährliche Abschnitte werden da direkt markiert.

Geplante Vorgehensweise: Stattdessen musst du den Eingang suchen und erst einmal die Luft aus dem Inneren des Raumschiffs ablassen bevor du damit beginnst, Streben und ähnliches zu durchtrennen, um die Außenwände abzunehmen. Wiederverwertbare Wände schleppst du dann mit deinem Greifhaken in den Prozessor, unbrauchbaren Schrott schmilzt du ein und fest eingebaute Objekte sammelst du in einem Lastwagen.

Effizienter dank Upgrades

Dadurch bekommst du nicht nur Geld, sondern erfüllst auch bestimmte Missionsziele. Über die erhältst du wiederum Skillpunkte, um deine Ausrüstung zwischen den Aufträgen zu verbessern.

Damit schaltest du jedoch keine großartigen neuen Fähigkeiten frei, sondern sorgst nur dafür, wesentlich effizienter zu sein. Mit mehr Energieseilen und Sauerstoff musst du beispielsweise wesentlich seltener zurück zur Nachschubstation (und sparst zudem noch Geld).

Mehr Rüstung oder Resistenzen schützen dich hingegen vor den alltäglichen Gefahren eines Schrottsammlers in Hardspace: Shipbreaker, wodurch du auch einige größere Patzer noch überleben kannst.

Fließbandarbeit Marke Shipbreaker

Das Spiel macht gar keinen großen Hehl darum, dass es ein Farmspiel ist. Immerhin musst du einen Schuldenberg von einer Milliarde Credits abarbeiten. Und das dauert. Schneller geht es nur, wenn du neue Ränge freischaltest.

Doch Rangaufstiege erfordern ebenfalls Grinding. Um beispielsweise Rang sechs zu erreichen musst du unter anderem 13 Millionen Credits verdienen. Während meines Anspielens kam ich mit den bis dahin besten Rang-4-Schiffen auf einen Schnitt von ganz grob 1,5 Millionen Credits innerhalb eines einzigen 15 Minuten langen Auftrags.

In Hardspace: Shipbreaker wirst du sehr, sehr viele Metallplatten zerschneiden.
In Hardspace: Shipbreaker wirst du sehr, sehr viele Metallplatten zerschneiden.
Um noch größere Schiffe zu sehen, muss ich also zwei Stunden lang die immer selben Pötte auseinander­nehmen. Hierbei ist das größte Problem die fehlende Abwechslung. Mehr unterschiedliche Schiffstypen würden diese Arbeit wesentlich kuzweiliger gestalten. Die bis dahin verfügbaren vier oder fünf Schiffe ähneln sich jedoch sehr stark.

Mehr Spaß ab Rang 6

Gerade die ersten fünf Ränge ziehen sich lange hin, weil du die kleinen Transporter schnell durchschaut hast. Erst ab Rang 6 darfst du größere Frachter auseinandernehmen, die kompliziertere Systeme besitzen. Erst hier entfaltet Shipbreaker seine wahre Stärke: Die Puzzelei und das Herausfinden, wie du deine Aufgaben erledigen kannst, ohne ausversehen etwas in die Luft zu jagen.

Davor ist es nur dein Spielziel, vor allem effizienter zu arbeiten, indem du dir bestimmte Vorgehensweisen einprägst. Erst alle wichtigen Schnitte ansetzen, um die losen Teile dann per Greifhaken zu verbinden und in einer großen Ladung abzutransportieren. Immer und immer wieder.

Im Early-Access nur für Geduldige

Hardspace: Shipbreaker ist ein Puzzelspiel. Allerdings eines ohne vorgeschriebene Lösungen und mit einem einzigartigen Setting. Und gerade zu Beginn macht es viel Spaß, jedes Schiff in seine Einzelteile zu zerlegen.

Jedoch musst du dich darauf einstellen viel zu farmen. Und das kann wegen mangelnder Abwechslung eintönig werden. Wenn du keinen Spaß daran hast, bereits bekannte Techniken immer weiter zu verfeinern, dann dürfte dem Spiel für dich schnell die Puste ausgehen. Bei derzeit nur zwei Schiffstypen hast du einfach schnell alles gesehen.

Dem Entwickler zufolge ist die fehlende Abwechslung der derzeitigen Early-Access-Phase geschuldet. Denn Hardspace: Shipbreaker ist noch nicht fertig. In der fertigen Version soll es nicht nur mehr Schiffstypen geben, die sollen zudem auch prozedural generiert werden. Wann genau die Vollversion erscheinen wird, gibt der Entwickler derzeit allerdigs noch nicht an.

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