Wieso dir der Epic Games Store schadet

Epic Games wirbt mit Kundenfreundlichkeit, doch der Schein trügt.

Der Epic Games Store erblickte im Dezember 2018 das Licht der Welt und erregt seitdem immer wieder Aufmerksamkeit mit Exklusivdeals sich. Ich erkläre dir, was hinter diesen Deals steckt, was die Entwickler davon haben und warum gerade du als Kunde dabei den Kürzeren ziehst.

Seit seinem Launch sorgt der Epic Games Store mit seinen Exklusivtiteln für eine starke Kontroverse unter Videospielern. Viele Spieler wollen erfahren, was das Problem mit dem Store ist. Deswegen zeige ich anhand einiger Punkte auf, was wirklich hinter dem Vorhaben von Epic steckt und wieso gerade du dich gerade als Verbraucher in Acht nehmen solltest.

Diesen Artikel gibt es auch als Video! Die Text-Version wird bei Bedarf allerdings aktualisiert.

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1. Exklusivdeals schaden Verbrauchern

Der Store von Epic macht seit seiner Veröffentlichung vor allem mit Exklusivdeals Schlagzeilen. Einer der bekanntesten ist der von Metro Exodus. Viele Entwickler stoppen den Release ihrer Titel bei Steam, um ihre Produkte ein ganzes Jahr lang ausschließlich im Epic Games Store zu verkaufen.

Der Grund ist, wie die Studios erklären, dass Epic ihnen einen Mindestumsatz garantiert und diesen sofort auszahlt. Den Spielemachern kann es ab diesem Punkt also egal sein, wie oft sich ein Titel verkauft: ihr Geld haben sie bereits.

Deswegen ist das problematisch

Exklusivvereinbarungen sind anti-kompetitiv. Epic Games sieht sich zu diesem Schritt gezwungen, um keine Konkurrenz mit Steam eingehen zu müssen. Deswegen treffen die zahlreichen Argumente, Epic sei Konkurrenz für Steam, nicht zu, wenn du die Thematik aus Sicht der Käufer heraus betrachtest.

https://twitter.com/TimSweeneyEpic/status/1106594504381992961

Das zeugt nicht nur davon, dass Epic selbst von seinem Store und dessen Features nicht überzeugt ist, sondern schadet zudem dir als Verbraucher: Du hast fortan an keine Wahl mehr, in welchem Laden du ein bestimmtes Spiel kaufst und bist gezwungen, es bei Epic zu holen.

Zudem werden zahlende Käufer unwichtig für Spieleentwickler. Denn diese erhielten ihr Geld bereits. Und in diversen Blogbeiträgen und Videos machen manche Entwickler das durch ihren herablassenden Ton sehr deutlich.

Sie gehen Exklusivverträge mit dem Wissen ein, dass es einen Großteil ihrer Fans verärgern wird und auch dafür sorgt, dass viele das Spiel nicht mehr kaufen werden. Doch das ist ihnen egal, denn Epic ist zu ihrem einzigen Kunden geworden. Weitere Käufe bringen nur noch Geld für Epic selbst, bis sie den Mindestumsatz erreichen. So wird deutlich, dass die Entwickler wohl eher an der finanziellen Seite eines Spiels interessiert sind, anstatt daran, dass es auch wirklich gespielt wird.

2. Epic sucht keine Konkurrenz

Durch den Entwickler des Indie-Spiels DARQ wissen wir, dass Epic keine Indie-Spiele in seinem Store veröffentlichen will, die keinen Exklusivvertrag eingehen. Die einzigen nicht exklusiven Titel im Epic Games Store sind entweder sehr große Marken wie zum Beispiel Cyberpunk 2077, oder jene, die im Rahmen der kostenlosen Giveaways im Epic Games Store aufgenommen werden. Auf die Aussage des Darq-Entwicklers, dass er sein Spiel im Epic Game Store anbieten will, jedoch nicht ausschließlich dort, erhält er eine Absage.

Deswegen ist das problematisch

Epic belohnt Entwickler für einen Vertrag, welcher dafür sorgt, dass keine Konkurrenz mit anderen Distributionsplattformen entsteht. Somit muss Epic nicht gegen andere Verkäufer wie GOG, die auf vollständige DRM-Freiheit setzen, oder Steam, die wohl das umfangreichste Launcher-Gesamtpaket liefern, antreten. Das bestätigt Tim Sweeney gar selbst: er sieht nicht ein besseres Angebot als Möglichkeit, seinen Store groß zu machen, sondern nur Exklusivtitel.

https://twitter.com/TimSweeneyEpic/status/1143669644877815810

Selbstverständlich haben auch UPlay, EA Origin, Steam und weitere einige Exklusivtitel. Der große Unterschied ist, dass diese entweder von den Firmen hinter den entsprechenden Stores selbst programmiert wurden, oder die Entwickler nicht vertraglich dazu gezwungen sind, nur in den jeweiligen Stores zu verkaufen. Sie können ihre Titel weiterhin über andere Anbieter vertreiben. Epic lässt das nicht zu.

3. Geht es  wirklich um die Abgaben?

Bereits seit der Ankündigung des Epic Games Store gerät dieser vor allem durch seine Abgaben in die Schlagzeilen. Dass Entwickler hier nur 12% ihrer Einnahmen an Epic abdrücken müssen, statt den sonst üblichen 30%, ist ein Vorteil für diese.

Das wirft allerdings eine Frage auf: Wenn das der Hauptgrund ist, warum nutzen Spieleentwickler dann nicht lieber den Store von Discord mit 10% Abgaben oder itch.io, wo die Entwickler selbst bestimmen, wie viel ihrer Einnahmen sie an den Händler abgeben wollen?

Weniger häufig wird zudem erwähnt, dass auch der große Konkurrent Steam nicht zwangsläufig 30% verlangt. Valve erlaubt zum Beispiel die kostenlose Generierung von Spiele-Keys, welche die Entwickler dann eigenständig für den kompletten Erlös auf ihrer eigenen Plattform verkaufen dürfen.

Nur durch diese Möglichkeit etablierte sich zum Beispiel der Humble Store. Weiter sind die Abgaben bei Steam niedriger als 30%, wenn ein Produkt eine bestimmte – wenn auch sehr große – Menge absetzt: Ein Spiel, das mehr als 10 Millionen US-Dollar einnimmt, muss noch 25% an Valve abdrücken. Bei mehr als 50 Millionen USD sind es nur noch 20%. Um die höchste Stufe zu erreichen benötigte jedoch selbst der Blockbuster Witcher 3 mehr als vier Jahre.

Deswegen ist das problematisch

Die geringeren Abgaben werden stets als Argument angebracht, dass es auch die Spiele billiger macht. Deren Preis bleibt allerdings auch im Epic Games Store meistens unverändert. Aufgrund der Exklusivdeals kannst du natürlich nur wenige Titel vergleichen.

Einer davon ist Cyberpunk 2077, der auf allen größeren Plattformen unabhängig ihrer Entwicklerabgaben stets das selbe kostet. Du siehst also nichts von der Einsparung und zahlst bei Epic für ein neues Spiel dasselbe wie bei Humble, GOG oder Steam, bist dafür jedoch an eine Plattform mit weniger Features gebunden.

Außerdem wird häufig ignoriert, dass Epic zwar geringere Abgaben verlangt, den Entwicklern aber auch weniger bietet. Steam stellt neben der bereits erwähnten Key-Generierung auch weitere Entwickler-Features zur Verfügung. Dazu gehören der Schutz vor DDoS-Angriffen, sowie die SteamAPI, die unter anderem ganz selbstverständliche Dinge wie Multiplayer und Cloud-Funktionen ermöglicht.

Epic Games scheint einen entsprechenden Service mit den derzeit verlangten 12% nicht anbieten zu können. Tim Sweeney, der Chef von Epic, erklärt auf Twitter, dass die 12% nicht ausreichen und dass sein Store aktuell, auch aufgrund der Exklusivdeals, ein Minusgeschäft ist.

https://twitter.com/timsweeneyepic/status/1113500526228975617

4. Wieso genau 12 Prozent?

Ein Unternehmensberater, der auf Twitter unter dem Namen Mortiel unterwegs ist, rechnet vor, wieso er glaubt, dass der Epic Games Store exakt 12% Abgaben verlangt. Der wichtigste Grund soll sein, dass das der höchste Betrag ist, den Epic verlangen kann, ohne dass Steam gleichziehen kann. Zumindest, wenn Valve keine roten Zahlen schreiben will. Die Rechnung sieht folgendermaßen aus:

  • Valve verkaufe 66% aller Spiele über Steam selbst. Von diesen bekommen sie 30% der Einnahmen.
  • Ziehst du die 33% durch Key-Aktivierungen ab, von denen die Entwickler ganze 100% des Erlöses erhalten, erhält Valve nur noch 19,8% der Einnahmen aller Verkäufe.
  • Nach Transaktions- und Betriebskosten sowie Investitionsausgaben bleibt noch weniger übrig. Geschätzt gehen dadurch noch einmal 60% ab, womit Valve letzten Endes nur 9% der durch ein Spiel erzielten Einnahmen als Profit erhält.
  • Sweeney soll diese Zahlen genau kennen und entschied sich deshalb für die 12%.

https://twitter.com/mortiel/status/1120357103267278848

Deswegen ist das problematisch

Der Epic Store ist eigentlich nicht in der Lage, nur 12% Abgaben zu verlangen. Denn wie bereits erwähnt gibt Sweeney an, dass sein Store derzeit ein Minusgeschäft ist. Die logische Schlussfolgerung ist, dass das äußerst erfolgreiche Spiel aus eigenem Haus Fortnite ihn derzeit querfinanziert. Doch das wird nicht ewig so weitergehen können.

Du kannst davon ausgehen, dass Epic in absehbarer Zukunft die Abgaben anpassen wird und womöglich wie auch viele andere Stores ebenfalls auf 30% – oder nur minimal weniger – erhöhen wird. Dies wird die Firma voraussichtlich mit einer besseren Erfahrung für die Kunden und Entwickler erklären.

Die Alternative dazu wäre, den Store einzustellen, die Abgaben nur in einigen Ländern zu erhöhen, oder einfach keine weiteren Features mehr hinzuzufügen und dazu auch auf Exklusivtitel zu verzichten.

5. Schwerwiegende Sicherheitsprobleme bei Epic

Der Epic Games Store und der vorausgegangene Epic Launcher leiden unter erheblichen Sicherheitsproblemen. Jahrelang erhalten Nutzer des Launchers E-Mails bezüglich nicht autorisierter Zugriffsversuche, die auch dann nicht aufhören, nachdem die User ihr Passwort ändern. Soetwas ist kein Einzelfall. Die Mobile-App von Fortnite wird mit einem Sicherheitsleck veröffentlicht, das Hackern die Ausführung von Malware auf den Smartphones ahnungsloser Kunden erlaubte.

Die Probleme gehen weiter: Eine Anmeldung im Epic Games Store muss nicht wie sonst üblich durch eine E-Mail bestätigt werden. Es kann also jeder einen Account mit der Adresse eines wildfremden Menschen anlegen. Und auch die Vorgehensweise des Stores als solches ist sehr fragwürdig: der durchsuchte ungefragt eure Festplatte nach einer Datei von Steam und las dort nicht nur eure Freundesliste aus, sondern auch eure Wunschliste und ähnliches.

Selbst Valve äußerte sich zu diesem Vorgehen und erklärte, dass dies nicht in Ordnung sei. Auf den Hinweis, dass Epic für einen Import der Freundesliste einfach Steams offizielle API verwenden könnte, gibt Sweeney an, dass er das aufgrund von Sicherheitsbedenken nicht tun will. Auf die Erwiderung, dass die von seinem Store stattdessen genutzte Third-Party Software alles andere als sicher ist, gibt es keine Antwort mehr.

Deswegen ist das problematisch

Mit diesem Verhalten zeigt Epic, dass die Sicherheit der Kunden keinen allzu großen Stellenwert in der Firmenpolitik einzunehmen scheint. Du befindest dich hier in größerer Gefahr, Opfer eines Hackerangriffs zu werden. Auch welche Daten der Epic Launcher von eurer Festplatte ausliest und an Epic verschickt ist ungewiss.

6. Nutzer dürfen ihre Meinung nicht äußern

Der Epic Games Store bietet weder eine Möglichkeit, eine Nutzerwertung für Spiele zu hinterlassen, noch eine Diskussionsplattform wie ein Forum, um über diese zu reden. Somit siehst du nicht, ob es Probleme mit dem Produkt geben könnte und hast keine direkte Plattform um dich über ein Spiel auszutauschen und Lösungen zu finden.

Hier wird Epics Entwickler-orientierte Einstellung sichtbar: man will Kritik unterbinden, die sich selbstverständlich auf die Verkäufe auswirken würde. Als Grund gibt Sweeney an, dass er negative Bewertungen wegen Dingen wie einem Kopierschutz oder dem Vorgehen einer Firma – als Review-Bombing bekannt – als unfair betrachtet.

https://twitter.com/TimSweeneyEpic/status/1078047890520657920

Deswegen ist das problematisch

Eine derartig große Orientierung an Entwicklern resultiert in einer verhältnismäßigen Kunden-Unfreundlichkeit. Du weißt nicht, wie gut ein Produkt funktioniert und ob es überhaupt funktioniert. Um das herauszufinden, bist du gezwungen, deine Informationen eigenständig über dritte Plattformen zu beschaffen. Etwas, das für Casual-Videospieler keinesfalls selbstverständlich ist.

7. 40% von Epic gehören Tencent

Bereits im Jahr 2012 erwirbt die chinesische Firma Tencent 40% von Epic Games. Bei ihr handelt es sich um die größte Videospielfirma der Welt. Es entstehen Gerüchte, dass Epic seine Daten an Tencent weitergibt.

Die, so heißt es weiter, müssen die Daten aufgrund der chinesischen Gesetzeslage auf Anfrage mit der Regierung teilen. Belege für diese Gerüchte lassen sich nicht finden. Jedoch wird durch die Beteiligung Tencents deutlich, wie Epic mit zweierlei Maß misst.

https://twitter.com/TimSweeneyEpic/status/1113963223517138949

Deswegen ist das problematisch

Epic und vor allem dessen CEO Tim Sweeney kritisieren Valve und Steam regelmäßig, weil Valve 30% Abgaben von den Entwicklern verlangt. Tencent verlangt in seinem AppStore in China jedoch ganze 50% und versucht derzeit sogar, diese Abgaben auf 70% zu erhöhen.

https://twitter.com/TimSweeneyEpic/status/1141355170393141250

Gleichzeitig erklärt Epic öffentlich, dass sie die Abgaben von Steam zu hoch finden. Solche Aussagen erscheinen dann doch heuchlerisch, wenn 2 der 5 Vorstandsmitglieder Epics zu Tencent gehören.

Bei dieser Diskussion wird auch stets ignoriert, wie Valve mit Steam den digitalen Markt, wie wir ihn heutzutage kennen, überhaupt erst prägte. Valve wurde so groß, weil die 30%, die von Entwicklern verlangt werden, viel geringer sind als die Abgaben beim Verkauf in einem klassischen Schaufenster-Laden. Dort sollen Entwickler beim Verkauf eines 60 Euro Titels letzten Endes nur zwischen 3 und 10 Euro abbekommen. Erhalten also gerade mal zwischen 5 und 15% Prozent, anstatt 70%.

8. Lügen und Widersprüche bei Epic

Sweeney selbst wird mehrmals dabei ertappt, wie er sich selbst widerspricht. So kritisiert er zum Beispiel Microsoft für die UWP (Universal Windows Platform) und gibt an, dass der Konzern damit einen Walled Garden erschaffe.

Mit UWP hat Microsoft vor, die Entwicklung von Programmen für Xbox, Windows und Mobilgeräte zu vereinheitlichen.
Du hast als Endnutzer einer UWP-Anwendung jedoch den Nachteil, keinerlei Zugriff mehr auf einzelne Dateien zu besitzen. Das ganze Programm mit allen Ressourcen und Einstellungen  befindet sich in einem verschlüsselten Archiv. Mods und bei PC-Spielern beliebte .ini Tweaks sind so von vornherein ausgeschlossen.
Viele Entwickler befürchten zudem, dass Microsoft die Windows-Plattform so abriegle und Apps, die nicht über UWP erscheinen, einfach nicht mehr laufen werden. Also ein Umfeld, in dem der Plattform-Anbieter bestimmt welche Programme du nutzen darfst und welche nicht.

Genau einen solchen Walled Garden erschafft Epic nun selbst mit seinen Exklusivkäufen. Denn wenn du zum Beispiel Detroit: Become Human spielen willst, kannst du dich nicht freiwillig für den Store seiner Wahl entscheiden, sondern bist gezwungen, den Epic Games Store zu nutzen.

Die Problematik geht weiter: Epic erklärte in der Vergangenheit, dass keine kurzfristigen Exklusivdeals mehr gemacht werden sollen. Diese Aussage folgte als Reaktion auf Nutzerbeschwerden, dass Spiele kurz vor ihrem geplanten Release auf Steam von Epic gekauft und zu Exklusivtiteln erklärt werden – man denke zum Beispiel an Metro: Exodus.

https://twitter.com/TimSweeneyEpic/status/1112814353496117248

Doch nur wenige Tage darauf geschieht exakt das erneut: Observation wird Epic-exklusiv, kurz vor der angekündigten Veröffentlichung bei Steam.

https://twitter.com/devolverdigital/status/1110536647798652928

Deswegen ist das problematisch

Als Kunde kannst du den Aussagen von Epic und Sweeney nicht trauen. Eine eindeutig erscheinende Antwort kann bereits wenige Tage darauf wieder in das komplette Gegenteil verkehrt werden.

9. Mangelnde Features

Von allen existierenden Online-Stores ist der Epic Game Store derjenige mit den wenigsten Features: weder gibt es einen Einkaufswagen, noch Mod-Unterstützung. Und auch die Sicherheit lässt zu wünschen übrig. Häufig argumentieren Verteidiger, Epic sei neu und auch Steam brauchte seine Zeit. Doch dabei ignorieren sie, dass Steam zu einer völlig anderen Zeit entwickelt wurde.

Epic und Steam existieren in keiner abgeschotteten Blase. Epic konnte jahrelang von Steam lernen und Steam ebnete den Weg für die digitale Distribution, wie wir sie heute kennen. Valve etablierte die heutigen Standards. Wer heutzutage einen Fernseher kauft, wird sich wohl auch kaum mit einem Schwarz-Weiß-Fernseher zufrieden geben, nur weil die produzierende Firma neu ist.

Deswegen ist das problematisch

Als Kunde sollte es dir wichtig sein, was du für dein Geld bekommst. Selbst dann, wenn du die Features nicht von vornherein nutzt. Der Preis der Spiele in den verschiedenen Online Stores ist – von Sales abgesehen – meistens gleich. Doch je nach Store bekommst du mehr oder weniger Features mitgeliefert.

Das Spiel gibt es immer, doch das Drumherum, durch das die digitale Distribution sich überhaupt erst etablieren konnte, ist unterschiedlich. Während Valve Features bietet wie Family-Sharing, das es dir erlaubt, deine Spiele mit Freunden zu teilen, und SteamLink, mit dem du deine Titel von einem Gaming zu einem Empfängersystem streamen kannst, hat Epic keine vergleichbaren Features und verschiebt geplante zudem immer wieder aufs neue.

Mittlerweile schafft die Firma es gerade mal, Cloudsaves in einigen ausgewählten Titeln einzubauen. Ein Feature, das zum heutigen Standard gehört und auf das nur noch wenige Spiele verzichten. Dazu erweiterten sie den Store um eine simple Suchfunktion – Standard seit über einem Jahrzehnt – die zum Release ebenfalls nicht verfügbar war.

Ein Einkaufswagen – Standardausstattung eines jeden Onlineshops – fehlt nach wie vor und sorgt während Epics erstem Sale gar für temporär gebannte Accounts: Denn da jedes Spiel einzeln gekauft wurde, aktivierte sich eine automatische Sperre gegen Betrugsversuche.

Zum Vergleich: wenn du online suchst, wie du selbst einen Shop aufsetzt und einfach nur eine Installation von zum Beispiel EC-Cube (ein Open Source Shopsystem) vornimmst, dann hat diese einen Einkaufswagen.

Du zahlst also bei Epic denselben Preis wie überall sonst, erhälst aber weniger Gegenwert.

Fazit

Durch alle diese Punkte wird deutlich, dass Epic mit seinen Exklusivverträgen bei Entwicklern natürlich auf Zuspruch stößt. Immerhin müssen diese sich dann keine Gedanken mehr um den kommerziellen Erfolg ihres Titels machen. Und auch die weiteren Features – oder das Fehlen derselbigen – zielen klar darauf ab, den Store für Entwickler schmackhaft zu machen.

Doch Entwickler und Publisher sind keine Freunde der Kunden. Die Beziehung zwischen beiden ist, auch wenn soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter oft einen anderen Eindruck erwecken, rein geschäftlicher Natur.

Deswegen solltest du diese Vorteile für die Entwickler erst nachrangig betrachten, und vorrangig deine eigenen bedenken. Was den Entwicklern bei Epic besonders gut gefällt, sind genau jene Punkte, die sich zum Nachteil der Kunden – zu deinem Nachteil – auswirken.

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